Rheingauer Rieslingpfad Etappe 1 Wicker - Schierstein


Erstellt von: garmini
Streckenlänge: 24 km
Gehzeit o. Pause: 5 Std. 20 Min.
Höhenmeter ca. ↑265m  ↓302m
Der Weinkelch weist den Weg nach Schierstein

Im Südwestzipfel des Main-Taunus startet der Rheingauer Rieslingpfad seine Tour durch die bekannten Weinlagen, die sich hinter Wiesbaden rheinabwärts erstrecken. Der Einstiegspunkt ist die katholische Pfarrkirche St. Katharina in Wicker. Man kann trotz aller Wanderbegeisterung nicht umhin, einen längeren Blick auf die Katharinakirche zu werfen, eine eindrucksvoll erhaltene Wehrkirchenanlage mit Mauerbering. Der wuchtige, dreigeschossige wurde um 1500 errichtet, das mittelalterliche Kirchenschiff 1814 nach Westen verlängert.

Dann geht es los. Durch die Vorderstraße in die Taunusstraße passiert der Rieslingpfad die Bundesstraße B 40 (Hofheim-Hochheim) und steuert die Flörsheimer Warte an. Der historische anmutende Turm wurde 1996 als Aussichtsturm mit integrierter Gastronomie erbaut. Unweit seiner heutigen Standorts gab es im Mittelalter tatsächlich einen Wachturm, der allerdings 1817 abgerissen werden musste. Die Architekten versuchten mit dem Neubau, die Anmutung des alten Landwehrturms aufzugreifen. Von der Aussichtsebene der Flörsheimer Warte genießt man einen weiten Blick über in die von Taunus und Odenwald. Bei klarer Sicht ist sehr gut die Skyline von Frankfurt zu erkennen, über dem sich zahlreiche Düsenjets ein Stelldichein bei An- und Abflug auf den Frankfurter Flughafen geben.

Der Rieslingpfad passiert dann bekannte Weinbergslage St. Anna Kapelle, die ihren Namen – wie man sich denken kann – von einer echten Kapelle erhalten hat. Diese wurde 1715 erbaut und gehört zur Wiesenmühle, die seit 1924 als Ausflugslokal geführt wird. Das Ensemble aus Wiesenmühle und St. Anna Kapelle wird seit 2007 durch den Flörsheimer Eisenbaum ergänzt, eine begehbare Plastik mit Aussichtsplattform auf 9m Höhe.

Nach der Wiesenmühle überquert der Rieslingpfad den Wickerbach, der auf 24km von Naurod aus dem Main bei Flörsheim zufließt. Durch das Naturschutzgebiet Falkenberg geht es hinab an den Main und parallel zur Eisenbahnlinie nach Hochheim. Mit gut 240ha Rebfläche gehört Hochheim zu den großen Weinbaugemeinden. Kernstück ist die Großlage Daubhaus, zu der auch die 5ha große Parzelle Königin Victoriaberg gehört. Hier erinnert das neugotische Königin-Victoria-Denkmal an den Besuch der englischen Queen 1845 in Hochheim. Sie war vom Hochheimer Riesling derart begeistert, dass sich in England das Sprichwort entwickelte: Good Hock keeps off the doc, also Guter Hochheimer erspart den Arzt.

Jetzt folgt ein Wegabschnitt auf dem Rieslingpfad, der einen erinnert, dass man im Rhein-Main-Gebiet unterwegs ist: Autobahn, Bundesstraße und Eisenbahn müssen passiert werden, aber dann ist man am Wiesbadener Rheinknie und erreicht die Maaraue, eine Halbinsel an der Mündung des Mains in den Rhein. Hier soll im Mittelalter eines der größten Feste der damaligen Zeit stattgefunden haben, als Kaiser Friedrich Barbarossa Pfingsten 1184 hier den Mainzer Hoftag abhielt und dabei zwei seiner in den Ritterstand aufgenommen wurden. Nach Überlieferungen sollten zu diesem Event seinerzeit 40.000 Ritter aufmarschiert sein.

Weiter geht es zur Mainzer Reduit, einem 1830-34 errichteten Verteidigungsbau, der zur Festung Mainz gehörte. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Reduit beschädigt, nach Kriegsende aber wieder hergerichtet. Heute wird die Reduit für kulturelle Veranstaltungen aller Art genutzt und ist Standort des Museums Castellum, dem Heimatmuseum von Mainz-Kastel.

Durch die Rheinwiesen führt der Rieslingpfad weiter in Richtung Kaiserbrücke (1900-04 erbaut) und dann zum Schloss Biebrich. Das prachtvolle Schloss war als Versailles am Rhein geplant und wurde dann im 18. Jahrhundert für gut hundert Jahre zum Residenzschloss der Fürsten von Nassau. Schloss Biebrich gehört zur Gruppe der bedeutenden Barockschlösser am Rhein. Hinter Schloss Biebrich erstreckt sich der weitläufige Schlosspark. Schloss Biebrich ist heute u.a. Kulisse für repräsentative Veranstaltungen der Hessischen Landesregierung.

Das letzte Wegstück der ersten Rieslingpfad-Etappe leitet den Wanderer sicher am Rhein entlang bis zum Schiersteiner Hafen, der 1858 angelegt wurde und heute das Wassersportzentrum der Landeshauptstadt Wiesbaden ist. Das Nordufer des Schiersteiner Hafens ist als Promenade zugängig und wird wegen ihres mediterranen Flairs auch Schiersteiner Riviera genannt. Die schmale Hafenausfahrt zum Rhein wird von der 1967 errichteten Dyckerhoff-Brücke überspannt. Die Dyckerhoff-Brücke – gesponsert vom gleichnamigen Zementhersteller – war eine der ersten Spannbeton-Brücken in Deutschland und ermöglicht es, den Hafen zu Fuß zu umrunden.

Rieslingpfad Etappen


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