Mainz-Kostheim

Gutsausschank Rauenthaler Berg im Weingut WernerGutsausschank Rauenthaler Berg im Weingut Werner

Der Main ist nach der Maas der längste Nebenfluss des Rheins und legt von seinen beiden Quellflüssen im Fichtelgebirge und in der Fränkischen Schweiz stolze 527km zurück, passiert dabei Franken, Spessart und Odenwald und ist ab Frankfurt die Südgrenze des Taunus. Im Wiesbadener Stadtteil Mainz-Kostheim erreicht der Main dann den Rhein und mündet an der sogenannten Mainspitze zwischen Ginsheim-Gustavsburg und Mainz-Kostheim.

Den nördlichen Rand der Mainspitze bildet die Maaraue, eine Halbinsel mit großer Geschichte. Hier versammelten sich 1184 zu Pfingsten zwischen 20.000 und 40.000 Ritter zum Mainzer Hoftag und gaben dem Stauferkaiser Friedrich Barbarossa die Ehre. Der Mainzer Hoftag auf der Maaraue gilt damit als das wahrscheinlich größte Fest im Mittelalter, also quasi eine Art Loveparade der Ritterschaft. Eine Sandsteinsäule erinnert an diesen bedeutenden Tag.

Heute ist die Maaraue ein beliebtes Naherholungsgebiet für Wiesbaden und Mainz. Speziell im Sommer lockt Wiesbadens größtes Freibad viele Sonnenhungrige auf die Maaraue. Aber auch für einen Spaziergang ist die Maaraue an der Mainmündung ein schöner Platz mit sehr gutem Panoramablick auf Mainz.

Läuft man den Main hinab bis zum Mainhafen in Kostheim, kommt man zum 2011 aufgestellten Aussichtsturm am Mainhafen. Vom 20m hohen Turm hat man einen hervorragenden Blick auf die Mainspitze, die Brücke nach Ginsheim-Gustavsburg und Alt-Kostheim. In der Ferne sind Mainz, Wiesbaden und der Hochtaunus zu erkennen.

Noch bevor Friedrich Barbarossa Mainz-Kostheim beehrte, hatte Karl der Große 790 den Ort an der Mainmündung in einer Urkunde erwähnt. Zu dieser Zeit war Kostheim schon Weinbaugemeinde und noch heute wird auf 120ha vor allem Riesling und Spätburgunder angebaut.

Doch trotz kaiserlicher Besuche und guten Weinen hatte Kostheim über Jahrhunderte wenig Glück. Immer wieder zogen marodierende Truppen durch Kostheim und brannten den Ort mehrfach nieder. Bis heute hält sich daher die Feststellung: Häusche abgebrannt, Kühsche fortgerannt – arm Kind von Kostheim. Was sich so alles zugetragen hat, darüber kann man sich im Heimatmuseum Kostheim informieren.

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