Ginsheim (Ginsheim-Gustavsburg)

Ginsheim, das bereits 785 urkundlich genannt wurde, bildet den ersten Namensteil der Stadt Ginsheim-Gustavsburg. Während sich Gustavsburg mit dem Burgpark an den Main schmiegt, erstreckt sich Ginsheim entlang des Rheins und eines Arms des Ginsheimer Altrheins, der sich vom südlichen Auenwald Hohenhaue bis Ginsheim erstreckt. Der Ginsheimer Altrhein ist ein besonderer Anziehungspunkt in Ginsheim und jährlich lockt Anfang Juni das Altrheinfest.

Ein Wahrzeichen von Ginsheim liegt direkt am Altrheinufer und beim Yachthafen. Am 2,1t schweren Anker war früher ein Schwimmkran des MAN-Werks Gustavsburg festgezurrt. Augenfällig am Altrheinufer, das übrigens auch einen Gewässerlehrpfad hat, ist der historische Kiesbagger, der bis 1984 im Einsatz war.

Nahe dem Yachthafen in Ginsheim mündet der Schwarzbach ein und man kann den Ginsheimer Altrhein mit der kleinen Fähre namens Johanna überqueren, die auf die Insel Langenau zum Hofgut Nonnenau anbindet. Das Hofgut Nonnenau bietet sich als Event-Location an mit Rheinterrasse, einer Scheune und den Wiesen.

Auf der Insel liegt südlich in Richtung Trebur, und von dort per PKW über einen Steindamm zu erreichen, das Hofgut Langenau, das auch ein gastronomisches Angebot hat. Die Geschichte des Guts lässt sich bis ins 15. Jahrhundert verfolgen. Darin kommt auch die Firma MAN in Gustavsburg vor. Die übernahm das Wirtschaften auf Insel und Hofgut 1918 und sorgte für frisches Obst und Gemüse für die Werkskantine. Man sieht auf dem Hofgut Gebäude aus Natursteinen und Ziegelmauerwerk und manchmal auch ein Eselchen.

Eine weitere Attraktion, die mit dem Wasser und Geschichte zu tun hat in Ginsheim liegt in dessen nördlicherem Bereich und schwimmt auf dem Rhein, unweit der Stelle, wo der Altrhein Kontakt zum „Vater“ aufnimmt. Hier steht eine rekonstruierte Rheinschiffsmühle mit großen Mühlrädern. Bereits im 17. Jahrhundert müssen solche am Rhein bei Ginsheim gelegen haben. Die schwimmenden Mühlen mahlten Mehl. Bis zu 21 schwimmende Müller soll es im Rheinstrom nahe Ginsheim gegeben haben. Die Rheinschiffsmühle Ginsheim wurde 2011 authentisch gebaut und man kann sie besichtigen.

Ginsheim pflegt seine Geschichte auch in seinem Heimatmuseum. Das ist in einem schmucken Fachwerkhaus im alten Ortskern zu finden. Das fünfachsige Haus ist zweigeschossig mit einem verputzten Untergeschoss. Die Sprossenfenster haben grüne Schlagläden und das Haus ist mit einem Krüppelwalmdach gedeckt. Interessanterweise stand das Haus nicht immer an dieser Stelle. Als die Ginsheimer Schule zu klein wurde, kaufte man bei knapper Kasse ein Forsthaus aus dem Raunheimer Wald, sozusagen second hand. Das wurde hier wieder aufgebaut und hat schon mehr als 270 Jahre auf dem Buckel.

Betrachtet man Ginsheim aus der Vogelperspektive, scheinen die bebauten Ränder den Umrissen eines Schmetterlings zu ähneln. Der südliche Teil von Ginsheim beheimatet den alten Ortskern mit dem Altarm und dem Yachthafen sowie dem Heimatmuseum. In der Nähe steht auch die evangelische Kirche aus der Zeit des Barock und dem Jahr 1764. Das kleine Kirchlein mit nur 4 Achsen hat einen Dachreiter mit einer barocken Haube. Die Katholiken haben nördlich davon die St. Marien Kirche, die 1954 geweiht wurde.

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