Trebur

Trebur ist eine Gemeinde im Hessischen Ried. Jeweils im Abstand von 20-30km liegen die Großstädte Frankfurt am Main, Mainz, Wiesbaden und Darmstadt. Trebur selbst wird erstmalig 829 in einer Urkunde des Königs Ludwig des Frommen (778-840) erwähnt.

Unter seinem Sohn, Ludwig dem Deutschen (806-876), wurde Trebur zu einer vielbesuchten Königspfalz. Reste der Pfalz befinden sich auf einem flachen Hügel am südlichen Ortsrand. Bereits ab dem 12. Jahrhundert verfielen die Gebäude der einstigen Königspfalz.

Die Laurentiuskirche in Trebur geht auch auf die Pfalzzeit und eine Basilika zurück, die hier in ottonischer Zeit gestanden hat – ihre ältesten erhaltenen Teile verweisen auf das 11. Jahrhundert. Die evangelische Kirche steht also auf den Fundamenten der Pfalzkapelle aus dem 9. Jahrhundert. Im 15. Jahrhundert wurde die Kirche im gotischen Stil umgestaltet und natürlich erfolgten weitere Änderungen bis heute. Sie erscheint im barocken Stil des 18. Jahrhunderts.

Auf dem Weg zur Kirche geht man durch die Straße Obere Pforte. Hier ist das sogenannte Große Haus zu finden. Um 1720 wurde der Adelshof vom Landgrafen Hessen-Darmstadt erbaut. Es steht auf einem mittelalterlichen Keller, der zum Klosterhof St. Alban aus Mainz gehört hat.

Trebur liegt an der Deutschen Fachwerkstraße. In den Seitengassen und Sträßchen in Trebur und seinen Gemeindeteilen finden sich rund 300 Fachwerkhäuser, darunter mit Beispielen des fränkischen Fachwerks und Hofreiten, die winkelförmig angelegt sind.

In der Nauheimer Straße 14 ist in einer der ältesten Hofreiten ein Heimatmuseum zu finden. Die Hofreite wurde zwischen 1680 und 1700 gebaut, zeigt zwei Geschosse, Zierfachwerk, Scheune und einen Garten. Das Fachwerkhaus ist mustergültig restauriert!

Ein weiteres Beispiel von Treburer Fachwerk ist in der Astheimer Straße 8 zu finden. Es zeigt sich mit kräftigem rotem Gebälk und stammt auch aus der Bauzeit ab 1680. Es war einmal Teil einer Hofreite. In der Nähe steht das Alte Rathaus von Trebur, erkennbar an dem Uhrentürmchen und dem Brunnen auf dem gepflasterten Platz davor.

In der Fichtenstraße 7 kann man auch in die Vergangenheit gucken, nämlich bei einer der größten privaten Sternwarten Europas, dem Michael-Adrian-Observatorium. Passenderweise wurde am nördlichen Ortseingang ein Planetenweg ausgearbeitet. Auf einer Läge von rund 2km sind die Sonne und die Planeten fußläufig zu erreichen. Wollte man das im All unternehmen, hätte man 3,1 Milliarden Kilometer vor sich.

Im nordwestlich von Trebur gelegenen Ortsteil Astheim steht die Kirche St. Petrus in Ketten unter Denkmalschutz. Die katholische Kirche wurde 1651 als schlichter Saalbau errichtet. Das barocke Kleinod hat im Inneren einige schmückende sakrale Einrichtungsgegenstände. Astheim wird östlich umarmt vom Holzlachengraben, nördlich reihen sich einige Höfe auf und nördlich liegt der kleine Börnchensee, zwischen Astheim und Bauschheim.

Westlich von Astheim liegt der Ginsheimer Altrhein. Am Ginsheimer Altrhein findet sich in der Treburer Gemarkung das Naturschutzgebiet Auenwald Hohenaue, südlich davon die Treburer Unterau und das Riedloch von Trebur. Von dort aus führt ein Steindamm zum Ursprung des Ginsheimer Altrheins und auf die Insel zwischen dem alten und dem aktuellen Rhein. Hier kommt man trockenen Fußes zum Hofgut Langenau, das bereits zu Ginsheim-Gustavsburg am Mainspitzdreieck gehört.

Regionaler Bezug:

Trebur Kreis Groß-Gerau Hessen Hessisches Ried Hessische Rheinebene Rhein-Main-Ebene
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