Hochsauerland-Kammweg (Züschen – Kahler Asten – Winkhausen)


Erstellt von: SGV
Streckenlänge: 33 km
Gehzeit o. Pause: 8 Std. 22 Min.
Höhenmeter ca. ↑862m  ↓904m
Der Hochsauerland-Kammweg ist mit einem roten Dreieck auf weißem Grund markiert

Noch bis in die 1950er Jahre hinein war es unüblich, vom Rothaargebirge zu sprechen. Vielmehr unterschied man zwischen dem Hochsauerland rund um den Kahlen Asten (842m) und der Rothaar, dem Gebirgszug, der als Wasserscheide zwischen Rhein und Weser das Sauerland von Siegerland und Wittgensteiner Land trennt. In diesem ursprünglichen Sinn ist der Hochsauerland-Kamm also der Gebirgszug, der sich östlich und westlich vom Kahlen Asten erstreckt und damit das Dach Nordrhein-Westfalens bildet.

Aus der Zusammenlegung der alten Kammwege 6 (Großes Bildchen) und 8 (Ziegenhelle) des Westdeutschen Skiverbands entwickelte der Sauerländische Gebirgsverein SGV den Hochsauerland-Kammweg, der 2009 vom Deutschen Wanderverband als Qualitätsweg Wanderbares Deutschland zertifiziert worden ist. Der Hochsauerland-Kammweg ist dabei speziell auch für Schneewanderer zu empfehlen, denn er führt durch schneesicheres Gebiet über die Gemarkung der bekannten Fremdenverkehrsorte Winterberg und Schmallenberg.

Geht man den Hochsauerland-Kammweg von Osten nach Westen, ist der Startpunkt die Grünanlage Webes Platz am Haus des Gastes in Züschen. Züschen liegt auf halbem Weg von Winterberg nach Hallenberg am Zusammenfluss von Ahre und Sonnenborn, die nach ihrer Vereinigung unter dem Namen Nuhne später in Frankenberg der Eder zufließen.

In Züschen sollte man nicht vergessen einen Blick auf Borgs Scheune zu werfen. Das zweigeschossige Fachwerkhaus stammt aus dem 18. Jahrhundert und ist nicht nur optisch ein Schmankerl. Borgs Scheune dient heute als Art Kulturzentrum in Züschen. Zahlreiche Veranstaltungen und verschiedene kleine Ausstellungen zur Heimatgeschichte machen Borgs Scheune zur „guten Stube“ von Züschen.

Von Züschen auf rund 470m ü. NN geht es über den Kreuzweg zum Hackelberg (690m) und weiter durch den Züschener Wald hinauf auf die Ziegenhelle (816m), dem Zentrum eines sternförmigen Bergmassivs, das im Durchmesser stolze 10km reicht. Ein kräftezehrender Anstieg, der mit einer schönen Aussicht belohnt wird.

Auf der Ziegenhelle trifft der Hochsauerland-Kammweg auf den Sauerland Höhenflug und führt mit diesem weiter in Richtung Nordwesten. Durch die einsamen Wälder auf dem Rothaarkamm geht es ohne größere Steigungen in stiller Natur weiter am Zwistberg (744m) vorbei ins kleine Walddörfchen Mollseifen, das bis 1975 noch zu Bad Berleburg gehörte, bevor es im Zuge der kommunalen Neuordnung Winterberg zugeschlagen wurde.

Wenig später folgt der Anstieg zum Kahlen Asten, sicherlich dem bekanntesten Berg im Sauerland. Mit hervorragendem Ausblick – auch ohne Turmbesteigung – führt der Hochsauerland-Kammweg über die Heidelandschaft des Kahlen Asten weiter zur Quelle der Lenne. Die gefasste, nur periodisch Wasser führende Quelle befindet sich in einer Höhenlage von 820m und ist damit die höchstgelegene Quelle Nordwestdeutschlands.

Über Altastenberg steuert der Hochsauerland-Kammweg nun nordwärts bis zum Großen Bildchen, einer Passhöhe auf 708m ü. NN. Hier knickt der Kammweg westlich ab und führt weiter zur Rolandshütte. Ab hier geht es in langer Waldwanderung über Waldemei (724m), Schellhorn (660m) und Weißes Kreuz (500m) hinab nach Winkhausen im Schmallenberger Lennekessel.

An einem kleinen Teich vorbei erreicht der Hochsauerland-Kammweg die Hauptstraße. Es lohnt abschließend ein Blick auf das Erlebnismuseum auf dem Schultenhof. Das von der Familie Kuss privat geführte Museum befindet sich in einer der ältesten und wichtigsten erhaltenen Hofanlagen im Hochsauerland.

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