Agger-Bergland

Am Oberlauf der Agger, einem 69km langen Zufluss der Sieg, liegt das Agger-Bergland, ein Wandergebiet, das sich nördlich des Flusses auf der Gemarkung der Gemeinde Engelskirchen und Gummersbach, der Kreisstadt des Oberbergischen Kreises, erstreckt. Nach Westen schließt sich das Sülztal an, im Norden liegt im Wippertal der Oberlauf der Wupper, im Osten geht das Agger-Bergland ins Oberaggertal über und im Süden markiert die Agger die natürliche Grenze zum Homburger Ländchen.

Das Agger-Bergland wird durchzogen von vielen kleinen Bächen, die der Agger zulaufen und schöne Täler in die hügelige Mittelgebirgslandschaft einschneiden. Die wichtigsten Bachläufe im Agger-Bergland sind die 19km lange Leppe im Westen des Wandergebiets und der 9km lange Seßmarbach im Osten. Das markanteste Flusstal aber bildet die Agger selbst, deren steile Talhänge bis zu 200m tief abfallen. Von den Tälern und Niederungen abgesehen, ist das Agger-Bergland größtenteils von Wald bedeckt, dabei herrschen Laubwälder und Mischwälder vor.

Das Agger-Bergland ist eine klassische Bergbauregion, wobei hier im Wesentlichen Bergische Grauwacke gebrochen wurde. Am Steinbruch Talbecke kann man sich auf einer schönen Aussichtsplattform einen Einblick in die Abbautätigkeit und einen weiten Blick über die Region sichern.

Ganz im Nordosten des Agger-Berglands liegt mit der Aggertalsperre eines der beliebtesten Ausflugsziele im Bergischen Land. Ganz im Südwesten steht Schloss Ehreshoven, das im Fernsehen unter dem Namen Königsbrunn Karriere in der Vorabendserie Verbotene Liebe machte. Zwischen diesen beiden Ankerpunkten gibt es Einiges, das man sich im Agger-Bergland erwandern kann.

Da ist z.B. die Aggertalhöhle, die längste Höhle im Rheinland. Deutlich kleiner, dafür aber ein wichtiger Lebensraum für Fledermäuse ist die Wallefelder Höhle. Wer sich für alte Bauwerke interessiert, kann einen Blick auf die Wasserburg Alsbach, Burg Lützinghausen oder das Bruno-Goller-Haus werden. Die alle werden hinsichtlich der Geschichte aber übertroffen vom Oberbergischen Dom, der aus dem 12. Jahrhundert stammt.

Kulturell interessierte Wanderer finden im Agger-Bergland gleich drei spannende Museen: Das LVR-Industriemuseum in Engelskirchen zeigt, wie aus Wasser Strom wird – und das in einer alten Fabrikanlage, die einst vom Vater des Kommunismus-Pioniers Friedrich Engels gegründet wurde. Das Eisenbahnmuseum Dieringhausen pflegt und hegt alte Zugmaschinen und Waggons. Und im Oelchenshammer kann man sehen, wie früher Eisen geschmiedet wurde.

Für den richtigen Überblick im Agger-Bergland sorgt schließlich der Haldyturm, der einen schönen Blick über das Agger-Tal bietet. Alternativ kann man auch die Aussichtsruine Meerhardtfels erklimmen oder vom Gummersbacher Kerberg (373m) und der Gummershardt (437m) hoch über dem Leppetal die Aussicht genießen.