Aggerschleifen

Zwischen Dieringhausen und Ründeroth fängt die sonst recht gerade verlaufende Agger an, zu mäandern, und bildet zwei große Bögen aus: die Aggerschleifen. Zwischen der Aggertalhöhle im Westen und dem Meerhardtfels im Osten liegen die kleinen Dörfer Oesinghausen, Dörrenberg, Buschhausen, Müllensiefen, Stiefelhagen und Brunohl. Im Bereich der Aggerschleifen münden drei Bachläufe in den Fluss: Loper Bach und Lambach bei Oesinghausen sowie der Walbach bei Ründeroth.

Auf der rechten Seite der Agger liegt auf Höhe von Ründeroth das Naturschutzgebiet Weinberg bei Ründeroth das auf knapp 19ha ausgewiesen wurde. Hier wachsen neben anderen seltenen Pflanzen auch die gefährdeten Tollkirschen.

Mittendrin im Naturschutzgebiet steht der Haldyturm. Der 18m hohe Aussichtsturm wurde 1903 von den Bürgern in Eigenleistung aus Bruchsteinen erbaut, um sich bei dem verdienten Landrat Haldy zu bedanken. Haldy galt als moderner und aufgeschlossener Mensch, der schon früh das Oberbergische mit Talsperren und Eisenbahnen erschließen wollte. Ihm verdankte Ründeroth bereits im Jahr 1886 einen Eisenbahnanschluss und einen Bahnhof. Über 92 Stufen gelangt man auf die Aussichtsplattform des Haldyturms und wird mit einem schönen Blick ins Aggertal und hinüber auf die Mucher Hochfläche belohnt.

Folgt man den Aggerschleifen flussaufwärts, erreicht man bereits auf dem Gebiet der Stadt Gummersbach die Ruine Meerhardtfels. Diese Ruine ist allerdings nicht allzu historisch. 1908 wurde auf der Meerhardt (291m) ein Aussichtsturm erbaut und dem gab man einfach die Optik einer Burgruine. Den Aussichtsturm Meerhardtfels erreicht man auf dem kürzesten Weg über die Schwindsuchttreppe, die 1913-20 als steile Treppe in den Hang gebaut wurde.