Dieringhausen

Im gesamten Agger-Bergland spielte der Bergbau einst eine große Rolle, insbesondere bedingt durch die Vorkommen an Grauwacke und Grauwacke-Schiefer. Entsprechend war die Region über die Aggertalbahn und die Gummersbacher Kleinbahnen an das historische Eisenbahnnetz angeschlossen. Interessante Einblicke in diese Zeiten bietet das Eisenbahnmuseum in Dieringhausen, einem Ortsteil von Gummersbach.

Ab 1887 gab es an der Aggertalbahn den Bahnhof Dieringhausen, der eine Haltestelle an der Bahnstrecke über Bergneustadt und Drolshagen bis nach Olpe war. In Dieringhausen traf außerdem die Volme-Agger-Bahn von Köln nach Hagen auf die Aggertalbahn. So wurde Dieringhausen zum wichtigen Eisenbahnknotenpunkt, Endbahnhof und Durchgangsbahnhof für Eilzüge. Der alte Bahnhof Dieringhausen von 1887 wurde mit der Zeit nur noch als Güterbahnhof genutzt. 1902 errichtete man einen ersten Lokschuppen, zusätzliche Erweiterungen folgten. Ein neuer Bahnhof entstand 1920 und ist heute eine wichtige Station des noch befahrenen Teilstückes der Aggertalbahn, an dem nachts Züge abgestellt und betankt werden können.

Das Bahnbetriebswerk Dieringhausen mit all seinen Anlagen entstand bis 1905 und war einzigartig für das Oberbergische Land. Am Bahnbetriebswerk Dieringhausen hatte man preußische Dampflokomotiven für Güterzüge, Personenzüge und zum Rangieren stationiert. Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges waren die Zerstörungen des BW so groß, dass vorübergehend der Lokomotiv-Bahnhof in Osberghausen an der Abzweigung zur Wiehltalbahn als Ausweich-Betriebswerk diente. Mit der Einführung von Schienenbussen und Diesellokomotiven ging die Ära der Dampflokomotiven zu Ende; 1969 wurde ihr Betrieb eingestellt.

Bereits 1969 gründete sich eine Museumsgesellschaft mit dem Ziel, das Bahnbetriebswerk Dieringhausen in seiner ursprünglichen Form zu erhalten. Als man 1982 das inzwischen denkmalgeschützte ehemalige Bahnbetriebswerk in der Hohler Straße endgültig still legte, entstand auf dem ca. 11.000qm großen Gelände das 1985 eröffnete Eisenbahnmuseum Dieringhausen.

Kernstück des Eisenbahnmuseums Dieringhausen ist der historische Lokschuppen mit seiner Drehscheibe, elf Dampflokomotiven, neun Diesellokomotiven, einer Elektrolokomotive sowie einer Wagensammlung. In den Werkstätten können Besucher beim Restaurieren der historischen Fahrzeuge zusehen. Sehenswert ist insbesondere die alte Dampflokomotive Waldbröl, die komplett instand gesetzt wurde und heute an festen Terminen unter dem Namen Bergischer Löwe mit Passagieren auf der Strecke der historischen Wiehltalbahn fährt. Start der Dampflok-Fahrt ist das Eisenbahnmuseum Dierighausen.

Außer dem Eisenbahnmuseum lohnt in Dieringhausen natürlich auch ein Gang durch den Ort, dessen Bild neben dem Bahnhof von der evangelischen Kirche dominiert wird. Die evangelische Kirche wurde 1890-91 erbaut. Im unmittelbaren Umfeld entstanden neben einigen Betriebswohnungen für Eisenbahnbeamte in der angelegten Siedlung auch verschiedene Bauten im Stil des Bergischen Historismus.

Sehenswert ist auch die 1830 aus Bruchsteinen errichtete Aggerbrücke. Rund um die Aggerbrücke in Dieringhausen findet immer am letzten Sonntag im August das Brückenfest statt, dass sich rund um gummerGummersbach großer Beliebtheit erfreut.

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