Oberbergischer Dom

In der Altstadt von Gummersbach steht die evangelische Pfarrkirche, die aufgrund ihrer Ausmaße ihrem Beinamen Oberbergischer Dom alle Ehre macht. Aber nicht nur das: Sie war zugleich auch die Mutterkirche der benachbarten Kirchspiele und damit die Urpfarrei im Agger-Bergland.

Die dreischiffige Pfeilerbasilika wurde im 12. Jahrhundert als Hallenkirche aus Bruchsteinen im romanischen Stil mit vorgelagertem Kirchturm erbaut. Eine erste Kirche hatte aber schon rund 200 Jahre vorher an dieser Stelle gestanden, wie neuere Untersuchungen nachweisen konnten. Nach mehrfachen Erweiterungen erhielt der Oberbergische Dom im 15. Jahrhundert sein gotisches Querhaus mit Chor.

Mit Einführung der Reformation im 16. Jahrhundert wurde speziell die Innenausstattung der Kirche verändert. Die Wandgemälde wurden übertüncht, die Seitenaltare entfernt und 1721 ordnete man Altar, Kanzel und Orgel übereinander an, was typisch für evangelische Kirchen ist. Von der ehemaligen Kanzel am nordöstlichen Pfeiler des Langhauses zeugt heute noch der verbliebene Haken für den Kanzeldeckel.

Die ältesten erhaltenen Gegenstände im Oberbergischen Dom sind zwei Kerzenleuchter aus Zinn aus der Frühzeit der Kirche. Der Taufstein stammt aus der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts und das hölzerne Taufhäuschen trägt Inschriften aus dem 16. Jahrhundert, ist aber vermutlich sogar älter. Das Taufhäuschen war ursprünglich wohl ein Außenaltar am südlichen Seitenschiff, der dann im Zuge der Reformation mit Taufsprüchen im Sinne des Luthertums umgewidmet wurde.

Genau in der Längsachse des Oberbergischen Doms wurde 1751 das Pastorat errichtet. Das zweigeschossige verschieferte Fachwerkhaus war bei seiner Erbauung neben der Vogtei das stattlichste Gebäude am Platz, in dem ansonsten durch strohgedeckte Fachwerkhäuser geprägten Ortsbild.