Wallmenroth


Wallmenroth liegt westlich von Betzdorf auf der rechten Seite der Sieg. Erstmals erwähnt wurde Wallmenroth anno 913 als Nodenbrath in einer Urkunde zur Grenzbeschreibung des alten Pfarrsprengels Haiger. Der heutige Ortsname Wallmenroth ist vermutlich auf Aleidis von Freusburg zurückzuführen, die auf Burg Molsberg bei Wallmerod im Westerwald aufwuchs. In Anlehnung an ihre Heimat taufte sie um 1200 den Ort an der Sieg entsprechend um.

Wallmenroth entstand aus der Zusammenlegung von fünf Ursiedlungen: Den Höfen Nodenberg-Wallmenroth, Muhlau und Dasberg sowie dem Herrschaftshof Hohenbetzdorf und dem Bannhof, dem späteren Bahnhof.

Der herrschaftliche Hof Hohenbetzdorf – heute Teil der Stadt Betzdorf – geht zurück auf Gräfin Mechtildis von Sayn, die hier um 1230 eine Wohnburg und eine steinerne Kapelle errichten ließ. Die Kapelle war 8m lang und 5m breit und wurde der Heiligen Barbara gewidmet. Hohenbetzdorf wurde anno 1249 erstmals erwähnt. Heute liegt an gleicher Stelle der Breidenbacher Hof.

Sehenswert ist das denkmalgeschützte Glockenhaus von Wallmenroth in der Dorfstraße. Das Fachwerkhaus mit seinem Glockentürmchen stammt aus dem 19. Jahrhundert und wurde detailgetreu restauriert. Das historische Glockenhaus dient der Gemeinde heute als Sitzungsraum und Gemeindebackhaus.

Eine weitere Besonderheit von Wallmenroth sind die sagenumwobenen Dasberg-Steine, eine Gruppe von Felsbrocken in der Sieg unterhalb der Siedlung Dasberg. Ein alter Aberglaube besagt, dass jeder, der die Einladung zu einer Hochzeit ausschlägt, als Ausgleich dafür diese Steine auf den Berg hoch schaffen muss.

Die Dasberg-Steine entstanden im Juni 1836. Damals wurde eine neue preußische Provinzialstraße zwischen Betzdorf und Wissen gebaut, aus der die heutige B 62 entstand. Bis dahin war die einzige Verkehrsverbindung durch das Siegtal eine alte Poststraße, die über die Bergrücken zwischen Wallmenroth und Katzwinkel führte. Für diese Bauarbeiten musste ein Felsmassiv am Dasberg, das bis in die Sieg hinein ragte, abgetragen werden. Dabei entstand eine Felsnase, die an Fronleichnam brach und mit Getöse zu Tal stürzte. Die riesigen Felsbrocken stauten die Sieg an und verursachten eine Überschwemmung. Beim anschließenden Aufräumen beließ man einige Felsbrocken am Ufer und im Fluss.


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