Katzwinkel (Sieg)

In Katzwinkel im Wildenburger Land lag eines der größten Erzbergwerke des Reviers Siegerland: Die Grube Vereinigung. Sie entstand 1836 durch Zusammenschluss einer Anzahl von Grubenfeldern, die ab 1750 rund um Katzwinkel aufgeschlossen worden waren. Bis in eine Tiefe von 1.023m wurden Eisenerz, Kupfererz, Bleiglanz und seltene Mineralien wie Dolomit und Tetraedrit abgebaut. 1963 wurde die Grube Vereinigung stillgelegt. Die Gesamtanlage in der Sandstraße von Katzwinkel steht unter Denkmalschutz. Ein Grubendenkmal mit Gedenktafel für die tödlich verunglückten Bergleute erinnert an diese Zeit.

Das Bergmannsdorf Katzwinkel liegt auf 287m ü. NN am Übergang vom Siegerland in das Bergische Land. Die westliche Gemarkungsgrenze bildet das Bachtal des Wipperbachs, der bei Birken-Honigsessen in den 12km langen Brölbach einmündet. Der Brölbach wiederum entspringt nördlich von Katzwinkel und fließt dem Wisser Bach zu, den er auf Höhe von Wissen erreicht. Besiedelt sind ausschließlich die Bachtäler, ansonsten prägen Wälder und Wiesen die Landschaft bei Katzwinkel. Bergrücken umgeben den Ort; im Süden, zur Sieg hin, fällt das Gelände ab. Höchste Erhebung ist der Lindenberg (333m), der eine schöne Aussicht in das Siegtal und den Sieg-Westerwald bietet.

Die Pfarrkirche von Katzwinkel steht im benachbarten Elkhausen. Es ist die denkmalgeschützte katholische Pfarrkirche St. Bonifatius in der Kirchstraße. Das Bruchsteingebäude wurde 1879 in Anlehnung an den romanischen Baustil errichtet und 1912 nochmals erweitert.

Folgt man der Sieg flussabwärts, erreicht man in einer Schleife den Ort Hövels. Das Siegtal bei Hövels ist weitgehend unbebaut und ohne Stauwehre. Die naturnahe Landschaft in diesem Bereich mit Fluss, Talwiesen und Feldern bildet daher einen idealen Lebensraum für Tiere. Unter anderem leben und brüten hier Scharen von Graureihern. So wurde anno 2001 auf knapp 133ha Fläche das Naturschutzgebiet Graureiherkolonie ausgewiesen, das sich über Teile der Gemarkung von Hövels und Wallmenroth erstreckt.