Wahner Heide

Das zweitgrößte und dabei zugleich artenreichste Naturschutzgebiet Nordrhein-Westfalens bietet über 700 Tier- und Pflanzenarten eine Heimat, die als besonders gefährdet auf der „Roten Liste“ verzeichnet sind. Dieses kleine Paradies liegt nicht irgendwo fernab vom Schuss, sondern direkt vor den Toren Kölns, rund um den Kölner Flughafen. Die Wahner Heide ist zusammen mit dem Forst Siebengebirge bei Lohmar der südlichste Teil der so genannten Bergischen Heideterrasse, eines der wertvollsten Schutzgebiete im Westen Deutschlands.

Geprägt wird das Wandergebiet Wahner Heide von den Städten Troisdorf im Südosten an der Mündung der Agger in die Sieg, Niederkassel im Südwesten an der Mündung der Sieg in den Rhein und dem Kölner Stadtbezirk Porz im Nordwesten. Nach Nordosten zieht heute die Autobahn A 3 die Abgrenzung zum Königsforst bei Rösrath.

Die Mündung der Sieg in den Rhein zwischen Mondorf und Geislar ist neben der Mündung der Ahr bei Remagen die letzte naturbelassene Rheinmündung nördlich von Basel. Daher ist das Mündungsgebiet in der Siegaue mitsamt dem umgebenden Auenwald 1986 auf 450ha unter Naturschutz gestellt worden. Mit der Mündung der Sieg geht der Mittelrhein in den Niederrhein über und der Rhein durchfließt in der Folge den größten Ballungsraum Deutschlands, die Metropolregion Rhein-Ruhr.

Kern der Wanderregion Wahner Heide ist das gleichnamige 2.866ha große Naturschutzgebiet, das aus einem ehemaligen Truppenübungsplatz entstand. Schon 1931 wurde die Wahner Heide als Schutzgebiet ausgewiesen, was allerdings die politisch Verantwortlichen nicht hinderte, mitten hinein in den 1950er Jahren den Flughafen Köln-Bonn zu bauen. 1968 erfolgte dann die neue Ausweisung – das Naturschutzgebiet wurde jetzt einfach um den Flughafen gelegt, der Kölsche Klüngel hatte mit seinen wirtschaftlichen Interessen die Oberhand.

Das Naturschutzgebiet Wahner Heide ist geprägt von einem sehr abwechslungsreichen Landschaftsbild, das von Heiden über Bach-Auen und Moore bis hin zu Sanddünen reicht. Allein 27 vom Aussterben bedrohte Vogelarten leben und brüten hier. Vor dem Bau der Bundesautobahn A 4 gingen nordöstlich von Eil die Naturschutzgebiete Königsforst und Wahner Heide ineinander über. Aus dieser Zeit stammt der ehemalige, heute denkmalgeschützte Haltepunkt Königsforst im Baumschulenweg.

Im Süden des Wandergebietes Wahner Heide liegt das knapp 565ha große Naturschutzgebiet Siegaue und Siegmündung, eine fruchtbare Flussauenlandschaft mit viel Grünland. Die Mündung der Sieg gilt für Geowissenschaftler als am besten ausgeprägte Einmündung im mittleren Rheintal. Altwässer wechseln sich hier ab mit Kleingehölzen, Pappeln und Resten von Auwäldern. An den Kiesbänken am Flussufer finden sich Weidengebüsch und Röhrichte. Neben dem Sieglarer See mitten in der Flussaue bildet auch der grasbewachsene Hochwasserdamm der Sieg einen begehrten Lebensraum.

Außer viel Natur – verkehrstechnisch günstig über die vielen Autobahnen erreichbar – gibt es in der Wahner Heide auch kulturelle und historische Sehenswürdigkeiten satt: Burg Wissem mit dem Bilderbuchmuseum und dem Janosch-Zentrum, Schloss Wahn, der Fischerort Poll, Gut Leidenhausen, die Gierseilfähre in Bergheim, die Naherholungsgebiete Groov und Rotter See warten darauf, von interessierten Wanderern erkundet zu werden.

IVW
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