Rotter See

Aus einer Kiesgrube entstand in den 1970er Jahren in Troisdorf der 17ha große Rotter See, der verkehrstechnisch günstig direkt an der A 59 liegt. Hier befindet sich heute ein beliebtes Naherholungsgebiet. Die Erlaubnis zum Schwimmen, regelmäßig überprüfte Wasserqualität und gegen „Berechtigungsschein“ die Möglichkeit zu Angeln, zu Tauchen und zu Surfen machen den Rotter See zu einem gut besuchten Ausflugsziel in der Wahner Heide.

Es gibt aber nicht nur den Badesee, sondern ein ganzer Stadtteil von Troisdorf heißt Rotter See. Der geht zurück auf den ehemaligen Rittersitz Haus Rott. 1415-1416 kämpften hier Söldner der Stadt Köln gegen die Truppen des Herzogs von Berg. Der Herzog verlor schließlich, und Haus Rott wurde bis auf die Vorburg zerstört. Reste des alten Wohnturmes sind noch innerhalb der umfangreichen Wall- und Grabenanlage zu entdecken. Im 17. Jahrhundert wurde die Burg neu errichtet. Von 1794-96 war Haus Rott Truppenstützpunkt. Die Burganlage ist seit 1969 im Besitz der Stadt Troisdorf und steht unter Denkmalschutz.

Rotter See mit seinen ca. 4000 Einwohnern ist einerseits der jüngste Stadtteil von Troisdorf. Andererseits dürfte Rotter See aber auch das älteste Siedlungsgebiet von Troisdorf sein. Archäologische Funde reichen zurück bis in die Jungsteinzeit um 3800 v. Chr. Nahe der Eissporthalle wurde ein Gräberfeld aus der Zeit der Merowinger-Fürsten (um 600 n. Chr.) freigelegt.

In Rotter See stand von 1973-2001 auch das inoffizielle Wahrzeichen von Troisdorf und zugleich die wohl bekannteste Bauruine Deutschlands: die Kaiserbauruine. Benannt war die Kaiserbauruine nach ihrem Erbauer, dem Bauunternehmer Kaiser, der 1973 ein Hotel errichten wollte, dann aber seine persönliche Finanzkrise erlitt. Durch den Kölner Aktionskünstler HA Schult kam der Bau 1999 in die Schlagzeilen: Im Rahmen seiner Installation „Hotel Europa“ wurden an der Front des Gebäudes Bilder von 130 Persönlichkeiten aus Europa angebracht. 2001 wurde die Kaiserbauruine nach umfangreichen Vorbereitungen vor 20.000 Zuschauern gesprengt.

Auf der anderen Seite des Rotter Sees liegt der Troisdorfer Stadtteil Kriegsdorf, in dem es eigentlich recht friedlich zugeht, auch wenn der Ortsname auf etwas Anderes schließen lässt. Mit Criek bezeichnete man in keltischer Zeit ein ausgetrocknetes Bachbett. Im Falle von Kriegsdorf, dem Dorf am trockenen Bach, ist hiermit vermutlich der Annonisbach gemeint, der in früheren Zeiten in Richtung Eschmar floss.

Anno 1143 ist in einer Besitzurkunde des Bad Honnefer Klosters Nonnenwerth erstmals von einem Hof in Criekesdorf die Rede. Ab dem 15. Jahrhundert wurden eine Reihe weiterer Höfe gegründet, und ein Dorf entstand. Der älteste dieser Höfe war anno 1414 der inzwischen denkmalgeschützte Abtshof in der Reichensteinstraße, später Kerpenhof genannt, bei dem auch das sogenannte Kerpenkreuz steht, ein Wegekreuz aus der Zeit um 1787. Die heutigen Gebäude des Kerpenhofes stammen aus den Jahren 1842-1849. Auf ihn folgten nacheinander der Haushof der Familie von Nesselrode-Reichenstein, das Lochgut, der Theishof, der Kreuzbrüderhof und der Koitzhof.

Unter preußischer Verwaltung entstanden weitere Sehenswürdigkeiten in Kriegsdorf. Neben der alten Schule von anno 1868 wurde 1908 die Einsiedlerkapelle St. Antonius errichtet, ein kleines Kirchgebäude im neoromanischen Stil in der Reichensteinstraße. Unweit der Einsiedlerkapelle, an der Ecke zum Amselweg, steht außerdem das Antoniuskreuz, ein Wegekreuz von 1925.