Troisdorf

Ein Troilsch („Trölsch“ gesprochen) ist kein Troll-ähnliches Fabelwesen, sondern eine kulinarische Spezialität der Stadtbrauerei Troisdorf: Das Bier wird in Anlehnung an das Kölsch gebraut. Man merkt: Wir sind am Rhein, wir sind nicht weit von Köln und wir sind da, wo für durstige Wanderer und Ausflügler gut gesorgt wird.

Troisdorf („Troosdorf“ gesprochen) ist die größte Stadt im Rhein-Sieg-Kreis und liegt im Osten des Wandergebietes Wahner Heide. Zwischen Troisdorf und dem benachbarten Siegburg markiert die Mündung der Agger in die Sieg den Übergang ins Unteraggertal.

Neben der Sieg und der Agger fließt der Mühlengraben durch das Stadtgebiet von Troisdorf. Sein Wasser trieb bis Ende des 20. Jahrhunderts zwei Getreidemühlen an. Der Mühlengraben ist ein künstlich angelegter Wasserlauf und reicht vom Aggerwehr bis zur Sieg bei Bergheim.

Troisdorf wird auch Industriestadt im Grünen genannt. Dies liegt zum einen an ihrer Nähe zum Naturschutzgebiet Siegaue, zum Naherholungsgebiet Untere Sieg und zum Naturschutzgebiet Wahner Heide, zum anderen an den Parks im Gemeindegebiet: Neben Parkanlagen in Spich und Friedrich-Wilhelms-Hütte gibt es in Troisdorf-Mitte einen großzügigen Stadtpark mit See, Hirschgehege, Vogelpark und gut ausgebauten Spazierwegen.

Wer durch Troisdorf wandert, entdeckt neben den Baudenkmälern eine ganze Reihe von Kunstobjekten. Einen genauen Blick lohnen die Troisdorfer Stadttore an beiden Enden der Fußgängerzone: Zwei hell erleuchtete Edelstahlbögen mit transparenten, spiegelnden und wasserüberlaufenen Glasflächen. In der Fußgängerzone, am Kölner Platz und in der Wilhelmstraße sind weitere Kunstwerke zu finden. Fast schon Kult-Status hat der „Dicke Mann“ auf dem Fischerplatz.

In Troisdorf wurden die ersten PVC-Bodenbeläge sowie Kunststoff-Fenster entwickelt. Die Geschichte der hiesigen Kunststoff-Industrie wird im Kunststoffmuseum Troisdorf dargestellt. Zu den Museen im Stadtgebiet von Troisdorf zählen außerdem das Bilderbuchmuseum in der Burg Wissem sowie das Fischereimuseum im Ortsteil Bergheim.

Sehenswert in Troisdorf-West ist die Rote Kolonie mit ihren zahlreichen denkmalgeschützten Wohnhäusern. Ihren Namen erhielt sie von den Dachziegeln, die im Gegensatz zur Schwarzen Kolonie in Friedrich-Wilhelms-Hütte rot waren. Das Wohngebiet rund um Bismarckplatz, Zeppelinplatz und Roonstraße wurde für die Facharbeiter der ansässigen Industrie-Unternehmen errichtet und 1913 restauriert. Die Beamten und leitenden Angestellten wurden dagegen im nahegelegenen Kasinoviertel angesiedelt, das ebenfalls eine Vielzahl von Baudenkmälern aufweist.

Der Troisdorfer Stadtteil Friedrich-Wilhelms-Hütte entstand um 1900 als Arbeitersiedlung für die Eisenhütte an der Agger. In der Blumensiedlung des Ortes mit ihren Wohnhochhäusern stehen seit der Sprengung der Kaiserbauruine die höchsten Bauwerke der Stadt. Die denkmalgeschützte Melanbogenbrücke über die Sieg wurde 1928-1929 errichtet.

Sehenswert ist die Schwarze Kolonie von Friedrich-Wilhelms-Hütte. Im Gegensatz zur Roten Kolonie in Troisdorf-Mitte waren hier die Dächer mit schwarzen Dachziegeln gedeckt, daher der Name. Ein Großteil der Gebäude in der ehemaligen Arbeitersiedlung um Langenstraße und Gersbeckstraße wurde im Jahr 1913 renoviert und steht heute unter Denkmalschutz.