Bergheim (Troisdorf)

Das Bauern- und Fischerdorf Bergheim oberhalb der Einmündung der Sieg in den Rhein ist ein beliebtes Wander- und Ausflugsziel. Die Geschichte des Ortes ist eng mit der Binnenfischerei und dem Fährbetrieb auf der Sieg verknüpft. Bergheim entstand aus mehreren nacheinander gegründeten Höfen, von denen noch der denkmalgeschützte Junkershof von 1664 in der Siegstraße erhalten ist. Das Ortsbild ist geprägt von zahlreichen Fachwerkhäusern aus dem 18.-19. Jahrhundert, die heute unter Denkmalschutz stehen.

Die Bergheimer Fischerei-Bruderschaft ist eine der ältesten zunftähnlichen Vereinigungen Deutschlands; sie wurde bereits im Jahr 987 als Gemeinschaft von Berufsfischern gegründet. Sie ist alleinige Inhaberin der Fischereirechte an der Siegmündung. Dieses Recht wird als Erbschaft jeweils vom Vater an die ehelichen Söhne weitergegeben.

Anlässlich des tausendjährigen Jubiläums des Gründungsjahres der Bergheimer Fischerei-Bruderschaft wurde das Fischereimuseum an einem Altarm der Sieg eröffnet. Ausgestellt wird eine umfangreiche Sammlung von Fischerei-Zubehör, Modellen und Präparaten, die die Mitglieder der Bruderschaft zusammengetragen haben.

Ein besonderes Erlebnis erwartet Wanderer kurz vor der Einmündung der Sieg in den Rhein: Hier an einer Bergheimer Gaststätte verkehrt eine der ältesten und letzten Gierseilfähren Deutschlands, die Siegfähre. Sie ist die einzige Fähre über die Sieg und pendelt an dieser Stelle seit 1777 zwischen Bergheim und dem Bonner Stadtteil Geislar. Die Fischerei-Bruderschaft zu Bergheim stellte über lange Zeit den Fährmann für die Siegfähren.

Gierseilfähren, auch fliegende Brücken genannt, werden rein mechanisch betrieben: Sie nutzen die Strömungskraft des Flusses. Ein Drahtseil wird quer über das Flussbett gespannt; die Siegfähre ist mit einem zweiten Seil, das über eine Rolle läuft, mit diesem verbunden. Wenn Wasserstand oder Strömungsgeschwindigkeit nicht so recht mitspielen, nutzt der Fährmann zusätzlich eine Stake, um seine fliegende Brücke in Bewegung zu halten. Die Siegfähre ist normalerweise zwischen Ostern und dem 3. Oktober täglich von 9 Uhr morgens bis zur Dämmerung in Betrieb.

Sehenswert in Bergheim ist die Pfarrkirche St. Lambertus. Sie wurde von 1869-1872 im neugotischen Stil errichtet. Die Pfarrkirche St. Lambertus ersetzte eine Vorgängerkirche von 1248, die ihrerseits vermutlich auf einem Fundament aus dem 8. Jahrhundert stand. Zur denkmalgeschützten Anlage in der Bergstraße gehört auch das katholische Pfarrhaus von 1894.

Am Nordrand geht Bergheim nahtlos in den Troisdorfer Stadtteil Müllekoven über. Müllekoven ist geprägt von alten Fachwerkbauten, Landwirtschaft und Obstanbau. Denkmalgeschützte Fachwerkhäuser aus dem 17. und 18. Jahrhundert finden sich insbesondere in der Dorfstraße sowie auf dem Axberg. Sehenswert sind auch das alte Schulgebäude von 1913 in der Dorfstraße sowie ein Wegekreuz von 1686 in der Eschmarer Straße.

Südlich von Müllekoven zur Sieg hin liegt in den Siegauen das Naturschutzgebiet Steingrund. Es stellt die Reste eines ehemals viel größeren Auwaldes dar. Leider ist ein großer Teil des ehemals artenreichen Auwalds heute Pappelforst - bestückt mit kanadischer Pappel.