Lohmar

Unterhalb der Einmündung der Sülz in die Agger liegt die Stadt Lohmar. Das alte Kirchdorf wurde schon im 5. Jahrhundert gegründet, wie man bei Grabungen im Jahr 2005 feststellte, als drei Grubenhäuser aus der Zeit der Merowinger entdeckt wurden. Zum alten Kirchdorf zählten um 1700 die Pfarrkirche und der Pfarrhof, das Küster- und Schulhaus, Burg Lohmar sowie mehrere Höfe. Seit 1937 führt die A 3 mitten durch den alten Ortskern.

Zwischen Agger und Autobahn, abgeschnitten vom alten Dorf, liegt Burg Lohmar. Die Wasserburg wurde Mitte des 14. Jahrhunderts im Stile der Gotik errichtet. Das zweigeschossige Herrenhaus aus Grauwacke war durch einen Wassergraben von der dreiflügeligen Vorburg getrennt, die man in Fachwerk-Bauweise auf älteren Bruchsteinfundamenten errichtete. Der Ostflügel der Vorburg verfügt über einen Torbogen, zu dem über eine gemauerte Brücke die Zufahrt führt. Der ehemalige Burggraben wurde zwischenzeitlich trocken gelegt, teilweise zugeschüttet und überbaut. 1875 teilte man das Anwesen in zwei landwirtschaftliche Güter, die sich bis heute im Privatbesitz befinden und nur von außen besichtigt werden können. Weitere landwirtschaftliche Anbauten entstanden im 20. Jahrhundert.

Im alten Kirchdorf jenseits der Autobahn steht die katholische Pfarrkirche St. Johannes Enthauptung mit ihrem 35m hohen Turm, malerisch eingerahmt von schönen Fachwerkhäusern. Sie entstand an Stelle einer romanischen Vorgängerkirche von ca. 1080 und war bis 1803 im Besitz des Cassiusstifts in Bonn. Aus dem 12. Jahrhundert sind noch der Chor und ein frühgotischer Taufstein in Blütenform erhalten; der Turm und das dreischiffige Langhaus aus Bruchstein stammen aus dem 18. Jahrhundert. Sehenswert ist auch das spätgotische Wandschränkchen aus dem 15. Jahrhundert an der Nordseite der Kirche.

Wesentlich jünger ist die Christuskirche der evangelischen Kirchengemeinde Lohmar an der Hauptstraße: Sie wurde 1960 eingeweiht und steht aufgrund ihrer außergewöhnlichen Architektur unter Denkmalschutz. Die Kirche vermittelt den Eindruck eines Gotteszelts und soll an das wandernde Gottesvolk sowie an die Flüchtlingsgeschichte zahlreicher Gründungsmitglieder erinnern, die nach dem Krieg nach Lohmar kamen. Die großen Fenster symbolisieren die Offenheit der Gemeinde für die Welt und ihr soziales Engagement.

Ebenfalls an der Hauptstraße von Lohmar steht die Villa Therese, ein denkmalgeschütztes Anwesen von 1896. Ursprünglich als Sommerresidenz eines Kölner Geschäftsmanns errichtet, diente die Villa Therese einige Zeit als Hotel mit eigenem Strandbad an der Agger, und später als Erholungsheim. Heute ist sie im Besitz der Stadt Lohmar und beherbergt die Stadtbibliothek.

Westlich von Lohmar liegt der Hof Lohmarhohn, ein ehemaliges Kirchengut aus dem Jahr 1512 mit einer kleinen Kapelle. Einmal jährlich wird hier eine Kinderfreizeit durchgeführt. Lohmarhohn ist im Privatbesitz und für Besucher nicht frei zugänglich.

Zwischen Lohmar und Siegburg erstreckt sich der Forst Siebengebirge, der Staatsforst von Siegburg. Durch diesen Bereich führt die Zeithstraße, eine mittelalterliche Höhen- und Handelsstraße. Aus der Zeit des Nationalsozialismus sind bei Franzhäuschen einige Betonplatten zu finden, die für eine V1-Abschussrampe gedacht waren. Hier im Wald wird der knapp 8km lange Auelsbach zu einem Hochwasserrückhaltebecken aufgestaut. Der Auelsbach enspringt auf ca. 203m ü. NN bei Heide und durchfließt den nördlichen Teil des Forstes Siebengebirge, bevor er südlich der Burg Lohmar in die Agger mündet. Der kleine Rothenbach, der seine Quelle im Ortsteil Heide hat, speist zahlreiche Fischteiche innerhalb des Waldgebietes.