Niederkassel

Zwischen den Großstädten Bonn und Köln liegt direkt am Rhein das doch etwas bescheidener wirkende Niederkassel, das erst 1981 die Stadtrechte erhielt. Zu den sehenswerten Baudenkmälern in Niederkassel zählt neben einigen historischen Fachwerkhäusern und dem Kapellchen am Friedhof die katholische Pfarrkirche St. Matthäus in der Annostraße.

Die Pfarrkirche St. Matthäus entstand 1893-94 an Stelle einer romanischen Vorgängerkirche aus dem 12. Jahrhundert, von der noch der Turm erhalten ist. Von der Pfarrkirche St. Matthäus in Niederkassel bis zur alten Kapelle im Stadtteil Uckendorf führen sieben Fußfallstationen. Die Fußfallstationen entstanden 1719 durch den im Rheinland weit verbreiteten Brauch, an sieben Stationen entlang eines Weges für Menschen in Not oder auch für Verstorbene zu beten. Die Steinpfeiler an den sieben Fußfallstationen sind mit Szenen aus dem Leben Christi versehen.

Das denkmalgeschützte Haus Elisabeth in der Rathausstraße wird heute als Alten- und Pflegeheim der Caritas genutzt. Haus Elisabeth ging 1907 als Schenkung an die Barmherzigen Schwestern von der Heiligen Elisabeth in Essen - zu dem Zweck, das Wohnhaus in ein Heim für alte und kranke Menschen mit Kindertagesstätte für arbeitende Mütter zu verwandeln. 1921 wurde die Anlage durch ein Exerzitienhaus ergänzt. Während des 2. Weltkrieges war ein Teil von Haus Elisabeth beschlagnahmt; in dieser Zeit wurde das Kapellentürmchen durch einen militärischen Beobachtungsstand ersetzt.

Die katholische Kirche Sieben Schmerzen Mariens im Stadtteil Uckendorf wurde 1908-09 errichtet. Das Kirchengebäude im neugotischen Stil ersetzte eine alte Kapelle von 1719 und wurde von der Eigentümerin des Clostermanns Hofes gestiftet.

Der Clostermanns Hof in der Heerstraße von Uckendorf gibt den Geschichtsforschern Rätsel auf: Sein genaues Alter konnte noch nicht bestimmt werden. Sicher ist, dass er bis zur Säkularisation 1804 dem Stift Bilich bei Bonn-Beuel gehörte – hiervon zeugt der Wappenstein über dem alten Eingang. 1815 übernahm der preußische Staat das Hofgut, anschließend ging der Clostermanns Hof an die Grafen Nesselrode-Ehreshoven, und um 1850 kaufte ihn Heinrich Josef Clostermann, damals Bürgermeister des Amtes Niederkassel. Heute wird der Clostermanns Hof als Golf- und Tagungshotel betrieben.

Im Stadtteil Stockem östlich von Uckendorf liegt der Drolshagener Hof, der bereits im Jahr 1003 erstmals erwähnt wurde. Das Hofgut gehört bis 1803 dem Kloster Drolshagen im Sauerland. Nach der Säkularisation übernahm der preußische Staat das Gut und versteigerte es. Heute werden auf dem Bauernladen des Drolshagener Hofs landwirtschaftliche Erzeugnisse verkauft.

Südlich von Stockem liegt der 22ha große Stockemer See, der als Angelgewässer genutzt wird. Der Stockemer See entstand aus einer Kiesgrube und ist bis zu 15m tief. Das Gelände rund um den Stockemer See steht seit 1992 unter Naturschutz. Der Stockemer See ist komplett eingezäunt und daher für Wanderer nicht zugänglich.