Hanseweg Etappe 4 Bad Fredeburg - Kahler Asten


Erstellt von: SGV
Streckenlänge: 22 km
Gehzeit o. Pause: 6 Std. 6 Min.
Höhenmeter ca. ↑807m  ↓554m
Der Hanseweg ist als Hauptwanderweg mit dem Andreaskreuz gekennzeichnet

Etappe 4 des Hansewegs (X13) startet im Ortskern von Bad Fredeburg, der sich rund um die 1932 erbaute Pfarrkirche St. Georg mit ihrem markanten Turmschluss gruppiert. Es geht ostwärts zum Verbundbergwerk Magog-Gomer-Bierkeller, der letzten noch produzierenden Schiefergrube in Nordrhein-Westfalen. Knapp fünfzig Mitarbeiter fördern hier bis zu einer Tiefe von 120m den Fredeburger Schiefer.

Über das kleine Dorf Huxel mit der schmucken St. Elisabeth Kapelle aus dem 19. Jahrhundert geht es weiter nach Holthausen, wo man sich etwas intensiver mit dem Thema Schiefer auseinandersetzen kann. Denn in Holthausen steht das Schierferbergbau- und Heimatmuseum. Im Nachbau einer Schiefergrube kann man sehen, wie das Rohmaterial abgebaut wird. Alle Verarbeitungsschritte bis hin zum fertigen Produkt werden gezeigt. Man erfährt im Schiefermuseum Holthausen auch, dass der Lenne-Schiefer besonders gute Eigenschaften hat, was seine Wetter- und Farbfestigkeit angeht.

Neben dem Schieferbergbau- und Heimatmuseum fällt in Holthausen auch die St. Michael Kirche auf. Die 1928 gebaute Dorfkirche hat einen Rundturm, der fast an einen Leuchtturm erinnert. Das fällt auf im Sauerland, sind doch hier die Kirchtürme zumeist viereckig. Der Rundturm der St. Michael Kirche wird durch eine achtseitige welsche Haube gekrönt. Schmuckstücke der Chorwand sind die in den 1980er Jahren entstandenen Holzplastiken, die rund um die Emmausszene im Tabernakel die Werke der Barmherzigkeit darstellen.

Holthausen verlassend führt der Hanseweg am Westhang des Burgbergs (628m) entlang hinab ins Sorpetal. Im schmucken Fachwerkdörfchen Niedersorpe – 1995 mit Bundesgold im Wettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden“ ausgezeichnet – ist die St. Sebastian Kapelle der Mittelpunkt. Das Gotteshaus wurde 1738 auf den Fundamenten eines Vorgängerbaus aus dem 13. Jahrhundert erbaut.

Ab Niedersorpe folgt der Hanseweg der Sorpe bis zum Knollen (533m) und knickt dann nach Osten ab, um Oberkirchen zu erreichen. Auch hier: Pittoreske Fachwerkhäuser und eine schöne Kirche, die 1665-66 erbaute barocke Pfarrkirche St. Gertrud. Prächtig anzusehen sind der Hochaltar von 1668 und die Kanzel von 1673. Beide zeigen die Kunstfertigkeit ihrer Schöpfer, der Gebrüder Sasse aus Attendorn.

Der Hanseweg trifft in Oberkirchen erstmals auf die Lenne, die hier seit 1826 die Lennemühle antreibt. Flussaufwärts folgt der Hanseweg der Lenne und passiert die Schwarze Fabrik. 1878 begann man hier, die Holzkohle zu verarbeiten, die in den umliegenden Wäldern produziert worden war. Kohlepulver, Briketts und Grillkohle entstanden dabei. Seit 1974 ist in den Gebäuden eine Kunstschmiede eingerichtet, und in den Sommermonaten kann man sich im Café eine Rast auf der Wanderung gönnen.

An der Einmündung der Kreisstraße nach Nordenau verlässt der Hanseweg das Lennetal und folgt dem kleinen Nesselbach hinauf nach Nordenau. Hier wurde im 12. Jahrhundert eine kleine Burg errichtet – Burg Rappelstein. Heute ist von Burg Rappelstein nur noch der restaurierte Bergfried übrig, von dem man einen schönen Blick ins Schmallenberger Sauerland genießt. Vor der Burgruine steht die ebenfalls sehenswerte St. Hubertus Kirche, die 1925 im Barockstil erbaut wurde.

Nordenau trägt auch den Beinamen Lourdes des Sauerlands. Grund ist ein alter Schieferstollen namens Brandholz. Er wurde 1991 zufällig wieder entdeckt und soll über heilsame Kräfte verfügen – Erdstrahlen und Quellwasser vermögen alle Leiden zu kurieren. Glücklicherweise brauchen Wanderer dies ob ihrer geistigen und körperlichen Fitness von der Bewegung in der Natur nicht. Aber es sei darauf hingewiesen, dass Hanseweg am Schieferheilstollen Nordenau vorbeiführt.

Durch den Nordenauer Wald führt der Hanseweg am Rande des Westfalenhangs – sicherlich eine der bekanntesten Skipisten im Sauerland – hinauf nach Altastenberg. Ein kurzes Stück über die Kreisstraße und dann geht’s über den Sahnehang hinauf zur Quelle der Lenne auf dem Kahlen Asten (842m), dem nicht ganz höchsten, aber auf jeden Fall bekanntesten Berg im Sauerland. Von der Quelle der Lenne – mit 129km der längste Fluss, der ausschließlich im Sauerland fließt – sind es nur noch wenige Meter bis auf den Gipfel, auf dem seit 1889 der Astenturm mit der Wetterstation, dem Aussichtspunkt und einer Außenstelle des LWL-Museums für Naturkunde.

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