Bad Fredeburg

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Namensgebend für das Fredeburger Land ist das nördlich von Schmallenberg gelegene Bad Fredeburg, das sich um den westlichen Fuß des Hömberg (634m) schmiegt. Wie so oft stand am Anfang eine Burg. Die Herren von Bilstein benötigten einen befestigten Sitz im Osten ihres Machtzentrums und errichteten so im 13. Jahrhundert die Fredeburg.

Von der alten Fredeburg ist heute bis auf marginale Mauerreste nichts mehr zu sehen. Was die planmäßige Demontage im 18. Jahrhundert nicht schaffte, gelang 1810 dem großen Stadtbrand, der die gesamte Altstadt von Bad Fredeburg zerstörte und dann noch einmal den Bombern, die 1945 Bad Fredeburg erneut in Schutt und Asche legten.

Nach dem Krieg baute man das Ortszentrum von Bad Fredeburg umsichtig wieder auf, und so ist Fredeburg heute auch ohne historische Bauwerke wieder ein wirklich sehenswerter Ort. Vor allem der Kirchplatz mit den Fachwerkhäusern rundum ist ein echtes Schmuckstück im Luftkurort Bad Fredeburg. Ein wenig schade ist es, dass von der ehemaligen Stadtbefestigung heute nichts mehr zu sehen ist. Denn die Sage erzählt: Von ihr aus konnte man, wenn man reinen Herzens war, die alten germanischen Gottheiten sehen, wie sie vom Franken- ins Sachsenland zogen, vertrieben von der neuen christlichen Religion.

Eines der älteren noch vorhandenen Gebäude ist die kleine Kapelle, ein winziges Bauwerk in der Nähe der Femelinde im Rüensiepen. Sie entstand im Jahr 1770 in einer Mischung von romanischen und barocken Formen. Sehr wahrscheinlich wurde sie als Ersatz für einen Vorgängerbau errichtet, in dem um das Jahr 1630 die in den Hexenprozessen Verurteilten nach Trost gesucht hatten. Daher stammt auch der eher ungewöhnliche Name: Hexenkapelle. Direkt gegenüber lag damals der Hinrichtungsplatz, die Hexenwiese, auf der die Scheiterhaufen brannten.

Wie die Gerichtsbarkeit damals funktionierte, was genau eine Femelinde eigentlich ist und wie die Armesünderbank zu ihrem Namen kommt, das alles lässt sich anschaulich erfahren im Gerichtsmuseum Bad Fredeburg. Es ist untergebracht im Gebäude des Amtsgerichts. Die Sammlung thematisiert Geschichte und Praxis der Rechtsprechung und zeigt allerlei Gegenstände aus 700 Jahren Fredeburger Gerichtswesen.

Wer doch lieber kuren möchte, statt sich mit den Methoden der Gerichtsbarkeit zu beschäftigen, der kann den örtlichen Heilstollen aufsuchen. Dabei handelt es sich um einen ehemaligen Schieferstollen, in dem das Rohmaterial für Dacheindeckungen und Wandverkleidungen abgebaut wurde. Konstante 9°C Lufttemperatur, eine Luftfeuchtigkeit von nahezu 100% und das Fehlen von Pollen oder Staub sind die Gründe dafür, dass es sich hier so gut atmen lässt. Und so lautet der Name, unter dem der Stollen heute vermarktet wird, auch Abela-Stollen: Abela ist der hebräische Begriff für Atem.

Auch ohne Stollen kann man in Bad Fredeburg etwas Gutes für seine Gesundheit tun. Bad Fredeburg ist seit 1995 anerkanntes Kneipp-Heilbad. Nass und spaßig wird’s dagegen im SauerlandBAD. Das Freizeitbad mit Sauna-Welt, Innen- und Außenbecken und verschiedenen Rutschen eignet sich gut als Abschluss einer Wanderung. Wer es ganz schnell mag, der kann sich zum Beispiel die Highspeed-Rutsche hinunterstürzen, die auf ihren 50m Länge Geschwindigkeiten bis zu 70km/h erlaubt.

Ungewöhnlich sportlich ist auch die hiesige Golf-Anlage oberhalb des Kurparks Schmiedinghausen. 18 Bahnen stehen auf dem Gelände zur Verfügung. Die Golfschläger und -bälle kann man allerdings getrost zuhause lassen. Auf der Disc-Golf-Anlage geht es darum, Frisbee-Scheiben möglichst zielgenau in Körbe zu werfen.

Ist nach dem Match noch Kraft übrig, könnte man den Walderlebnispfad Bad Fredeburg entlang spazieren. Auf 2,5km Länge führt der Dachs als Wanderzeichen von Station zu Station, und man kann so manches Wissenswerte über den heimischen Wald lernen.

Apropos Landschaft: Verlässt man Bad Fredeburg in nördliche Richtung, stößt man im Fredeburger Wald am Westrand der Hunau auf den Kahlenberg (713m). An seiner Nordostflanke entspringt die Henne, die auf knapp 23km der Ruhr zufließt, in die sie bei Meschede mündet. Auch die Leiße entspringt hier. Sie fließt nach 14km in den Sunderner Wäldern der Wenne zu.