Großer Feldberg

Der im Naturpark Hochtaunus gelegene Große Feldberg (881m) ist der höchste Berg des Rheinischen Schiefergebirges, das sich von den Ardennnen bis zum Sauerland zieht und zu dem u.a auch die Eifel und der Westerwald zählen. Mit dem Kleinen Feldberg (826m) und dem Altkönig (798m) bildet der Große Feldberg das Dach des Taunus.

Der Gipfel des Großen Feldbergs ist durch sein Erscheinungsbild mit dem Sendemast und den drei Feldbergtürmen ein Symbol für den Taunus. Von seinem Gipfel hat man bei schönem Wetter eine phantastische Sicht in den Main-Taunus mit der Bankenmetropole Frankfurt am Main und hinüber in den südhessischen Odenwald.

Einer der ersten, dessen Aufstieg auf den Großen Feldberg im Taunus belegt ist, war Johann Wolfgang von Goethe. In seiner Autobiographie Dichtung und Wahrheit schreibt Goethe „Durch zufällige Anregung, sowie in zufälliger Gesellschaft stellte ich manche Wanderung nach dem Gebirge an, das von Kindheit an so fern und ernsthaft vor mir gestanden hatte. So besuchten wir Homburg, Kroneburg, bestiegen den Feldberg, von dem uns die weite Aussicht immer mehr in die Ferne lockte.“

Eine noch bessere Aussicht verspricht heute der Aussichtsturm Großer Feldberg. Er wurde ursprünglich 1902 errichtet und durch einen Reichsadler geziert. Im Zweiten Weltkrieg zerstört, wurde 1949 durch den Hessischen Rundfunk ein neuer Turm errichtet, der diesmal nicht einen Adler an der Spitze hat, sondern eine Sendeantenne. Der Aussichtsturm ist über 40m hoch und lädt mit seiner verglasten Aussichtsplattform Besucher jeden Alters ein, einen Blick in sein Herrschaftsgebiet zu richten.

Der Fernmeldeturm von 1937 steht heute unter Denkmalschutz und wurde nach Bombentreffern wiederaufgebaut. Er ist nicht für Besucher zugänglich aber schon von außen durch seine metallfreie Holzkonstruktion im oberen Bereich bemerkenswert. Das höchste Bauwerk auf dem Großen Feldberg ist aber der 116m hohe Rohrturm, von dem heute Radio- und Fernsehprogramme ausgestrahlt werden.

Das Plateau des Feldbergs dient als Touristenmagnet und wird von Wanderern, Mountainbikern, Skifahrern etc. gerne als Anlauf- und Ausgangspunkt genutzt. Hier oben gründete sich am Feldberghaus 1868 mit dem Bund der Feldbergläufer einer der ersten deutsche Wandervereine, der mittlerweile als Taunusklub firmiert. Der Taunushöhenweg – Teil des Europäischen Fernwanderwegs E 3, der auf knapp 7.000km vom Schwarzen Meer zur Iberischen Halbinsel führen soll – verläuft über den Großen Feldberg.

Am nördlichen Rand des Plateaus liegt der Brunhildisfelsen. Dieser Quarzit-Felsen soll Brünhild aus der Siegfried-Sage einst als Schlafstätte gedient haben, was auch die erste urkundliche Erwähnung dieses Felsens erklärt: Er wurde bereits 1043 lectulus Brunhildi genannt, was Bett der Brunhilde heißt.

Passend zur Herrschaft des Feldbergs über den Taunus, findet man auf ihm die älteste und höchstgelegene Falknerei Hessens, den Falkenhof. Die Falknerei wurde 1965 gegründet und gibt über vierzig Greifvögeln eine Heimat. Unter ihnen befinden sich Falken, Habichte, Bussarde, Adler, Milane, Geier etc. Bei einem Besuch erfährt man viel über das Leben und die Lebensräume der Herrscher der Lüfte. Es finden regelmäßig Freiflugvorführungen statt. Die Tiere werden auch nachgezüchtet und insbesondere bei den Uhus sichert man mit Hilfe auch anderer Falkner den Bestand in Deutschland.

Nicht um Greifvögel sondern um Hunde geht es bei dem seit 2004 jährlich stattfindenden Schlittenhunderennen, dass rund um den Feldberg führt. Jedes Jahr treten bis zu achtzig Teams mit über 300 Hunden an, um als Sieger des Rennens hervorzugehen.

Sportliche Aktivitäten ohne tierische Hilfe gibt es natürlich auch auf dem Großen Feldberg. Neben Tausenden, die sich wöchentlich mit Rädern oder zu Fuß den Berg hochquälen, gibt es auch offizielle Veranstaltungen wie das älteste Bergturnfest im deutschsprachigen Raum - das Feldbergfest. Es fand erstmals 1844 statt, um Geld für den Bau des Feldberghauses zu erwirtschaften, das dann 1860 gebaut werden konnte. Damit ist das Feldbergfest einer der Wegbereiter der touristischen Erschließung der gesamten Feldberg-Region und wird mittlerweile mit dem Feldberglauf eröffnet, der von Oberursel auf den Großen Feldberg führt.

IVW