Zur Spitze des Rothaargebirges: Höher geht’s nicht


Erstellt von: Rudi - Wanderatlas Redaktion
Streckenlänge: 14 km
Gehzeit o. Pause: 3 Std. 39 Min.
Höhenmeter ca. ↑436m  ↓436m
Kein Wegzeichen hinterlegt

Der höchste Gipfel in Nordrhein-Westfalen ist nicht der Kahle Asten (842m). Der ist nur der berühmteste. Höher ist der Langenberg mit 843m im Beritt von Bruchhausen (Olsberg), am Übergang zum Willinger Upland und an der Grenze zwischen Nordrhein-Westfalen und Hessen.

Der Rothaarsteig kommt hier auf seiner zweiten Etappe vorbei. Wir werden den Langenberg erobern, das Naturschutzgebiet Neuer Hagen mit Hochheide erleben, Aussichten vom Neuen Clemensberg (837m) genießen, jede Menge Wald und den Hillebachsee bei Niedersfeld, unserem Start und Ziel, an der noch jungen Ruhr. Niedersfeld ist ein Stadtteil von Winterberg.

Wir starten auf der Ecke Ruhrstraße (B480) und Am Bach bei der Burbecke, die auf ihrem letzten Stück zur Ruhr ist. Die nächsten fast 4km werden wir von 518m bis auf 843m aufsteigen. Wir folgen der Burbecke mit Wiesen und Wald, kommen zum Burbecker Platz und treffen dort auf den Rothaarsteig, auf dem wir bis zum Langenberg auf 843m wandern.

Auf dem Langenberg steht ein Gipfelkreuz, man kann sich in ein Gipfelbuch eintragen, auf einer hölzernen Hängematte chillen und eine kleine Frühstückspause einlegen, sofern man sich was mitgebracht hat. Nachdem sich die Vegetation nach Kyrill erholt hat, sind die Aussichten nicht weit.

Wir queren die Landes-, Religions- und Mundartgrenze nach Hessen, lassen Höhenmeter und wandern in NRW weiter durchs Grün in südliche Richtung. Nach rund 6,3km biegen wir gen Osten ab, um das Naturschutzgebiet Neuer Hagen zu erkunden. Besonders reizvoll ist es, wenn die Hochheide blüht, aber auch ansonsten ist das Naturschutzgebiet herrlich in seiner Mixtur aus Hochmoor und Heidelandschaft.

Die Niedersfelder Hochheide mit rund 74h ist die größte ihrer Art in Nordrhein-Westfalen, liegt auf rund 800m Höhe am Nordhang des Clemensbergs. Sie entstand aus einstigen Buchenwäldern durch jahrhundertelange Rinderbeweidung, man stach Teile der oberen Landschaftsschicht aus, sogenannte Plaggen, um sie zwecks Einstreu oder Düngung woanders auszubringen. Jetzt pflegen Heidschnucken das entstandene Rückzugs- und Brutgebiet seltener Pflanzen und Tiere.

Wir können einen Abstecher zur Hoppecke-Quelle machen bei der weiteren Umrundung der „schnucken“ Landschaft. Dann steigen wir zum Neuen Clemensberg auf, der mit 837m angegeben ist. Wo ein neuer, da ist vermutlich auch alter – der Alte Clemensberg in einem Diabas-Steinbruch war 839m hoch. Vom Gipfelkreuz auf dem unbewaldeten Clemensberg kann man die Aussicht über das weite Haarfeld hinweg genießen.

Rund 9,6km sind wir gewandert, streifen die Hochheidehütte, streben talwärts über das Kreuzsteinchen (659m), dem Hillebachsee (8,5ha) zu. Seine 250m lange Staumauer wurde 1979 fertig. Der aufgestaute Hillebach dient der Naherholung. Am Kreuzberg streifen wir Kreuzwegstationen auf unserem Weg zur Niedersfelder Ortsmitte, wo die neugotische Kirche St. Agatha (1888) geweiht ist.

Bildnachweis: Von Benduiker [CC BY-SA] via Wikimedia Commons

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