Wehbach

Wehbach, heute Stadtteil von Kirchen an der Sieg, hat eine malerische Lage: Durch das Junkernthal vom Giebelwald her kommend, mündet hier der Asdorfer Bach mitten im Ortskern in die Sieg. Dahinter steigt das Sieg-Bergland auf bis zu 380m ü. NN an. Höchster Berg ist der Brühlkopf (347m). Auf der gegenüberliegenden Seite der Sieg erhebt sich der Windhahn, ein Bergzug im nördlichen Hellerbergland. Die waldreiche Landschaft um Wehbach ist schon allein der Natur wegen ein lohnendes Wanderziel.

Der Asdorfer Bach entspringt am Löffelberg (457m) bei Freudenberg im Siegerland, überquert bei Niederfischbach die Landesgrenze zu Rheinland-Pfalz, nimmt kurz vor Wehbach noch die Wasser des Löcherbaches auf, und fließt dann nach insgesamt 21km in die Sieg. Neben dem Wisser Bach ist der Asdorfer Bach der wichtigste Sieg-Zufluss im Wildenburger Land.

Sehenswert ist die katholische St. Petrus Kirche, die auf einer Anhöhe mitten in Wehbach liegt. Sie wurde 1932 mit Hilfe des Wehbacher Kirchbau-Vereins errichtet, der sich über zwanzig Jahre lang für den Bau einer eigenen Kirche stark gemacht hatte. Die St. Petrus Kirche in der Wingendorfer Straße ist im kubischen Stil errichtet und verfügt über ein turmartiges Westwerk. Sie steht unter Denkmalschutz.

Einen Abstecher lohnt auch das denkmalgeschützte Bürgerhaus von Wehbach, die ehemalige Schule des Ortes, die um 1905 errichtet wurde. Weitere Sehenswürdigkeiten sind der Hof Niederasdorf, ein Fachwerkhaus aus dem 17. oder 18. Jahrhundert, sowie eine denkmalgeschützte Hofanlage mit Fachwerkscheune in der Koblenz-Olper-Straße.

Nordwestlich von Wehbach liegt der Weiler Äpfelbach mit knapp dreißig Einwohnern auf ca. 380m ü. NN. Durch die in diesem Bereich exponierte Lage hat man von Äpfelbach aus eine hervorragende Aussicht: Bei guter Witterung erkennt man im Westen das Siebengebirge, im Osten erheben sich der Giebelwald und die Höhen des Siegerlands, und im Süden der Westerwald. An einem kleinen Bachlauf durch Äpfelbach reihen sich sechs Weiher aneinander. Interessant ist die Abwasserregelung: Die erfolgt gleich vor Ort durch ein Pflanzenklärwerk.

Der Kirchener Stadtteil Wingendorf liegt westlich von Wehbach. Zur Wingendorfer Gemarkung zählt Schloss Junkernthal, bis heute Wohnsitz der Freiherren von Hövel. Die Gesamtanlage mit der großen Villa, die vermutlich aus der Mitte des 19. Jahrhunderts stammt, diversen Nebengebäuden wie dem Forsthaus, dem Schlosspark mit dem alten Baumbestand und dem barocken Gartenpavillon, dem Familienfriedhof und der Brücke über den Asdorfer Bach steht unter Denkmalschutz.

Zur Schlossanlage gehört außerdem die Freiherr von Hövelsche Rentei, auch Alte Rentei genannt, auf der gegenüberliegenden Seite des Asdorfer Baches in der Gemarkung von Freusburg, die als eine Art Vorburg diente. Schloss Junkernthal ist im Privatbesitz und kann nur von außen besichtigt werden.

Über das ursprüngliche Aussehen des spätmittelalterlichen Adelssitzes gibt es keine Informationen; auch sind von den alten Gebäuden keine Überreste erhalten. Die Wirtschaftgebäude, wie ein Brauhaus mit Mansarddach, sind teilweise noch erhalten, ebenso das Torhaus von 1742 und das Taubenhaus mit Pagodendach. Erhalten ist auch ein barocker Pavillon direkt am Asdorfer Bach. Oberhalb des Baches wurde 1864 das heutige Herrenhaus errichtet.