Schneifel

Die Schneifel ist ein rund 20km langer Höhenzug nordwestlich von Prüm, der sich von Branscheid bis nach Ormont zieht. Die Schneifel ist Namensgeber für die Schnee-Eifel, die freilich nichts mit Schnee zu tun hat. Schneifel heißt vielmehr Schneise, und diese Schneise verlief über eben diesen Höhenzug im Übergang von der Südeifel in die Vulkaneifel.

Die Schneifel steigt in der Spitze bis auf 699m ü. NN an. Der bekannteste Gipfel ist aber der Schwarze Mann (698m), der üblicherweise als dritthöchster Berg der Eifel geführt wird. Der Schwarze Mann gilt als größtes Wintersportgebiet in Rheinland-Pfalz und verfügt über zwei Schlepplifte, eine Rodelbahn und gespurte Loipen. Für das leibliche Wohl sorgt ein uriges Blockhausrestaurant, das auch im Sommer geöffnet hat.

Im Sommer ist der Schwarze Mann ein beliebtes Ziel für Wanderer. So führen der Moore-Pfad Schneifel, der Schneifel-Pfad, der Willibrordusweg und der Matthiasweg über den Schwarzen Mann. Überwiegend ist der Schwarze Mann von Fichten bewachsen, in denen sich auch noch die seltene Wildkatze wohl fühlt. Nahe des Gipfels findet sich der als Naturdenkmal geschützte Tranchotstein (ein Grenzstein).

Der Name Schwarzer Mann hat übrigens nichts mit dem Kinderschreck zu tun, sondern bezieht sich auf die schwarzen Gesichter der Bergleute, die Bleierz im Bergwerk von Bleialf abbauten haben und über die Schneifel-Schneise zu ihren Wohnorten marschierten. Die Schneifel ist auf ihrer gesamten Länge von Bunkerruinen des 1938-40 errichteten Westwalls bedeckt. Auf ihren Höhen befinden sich außerdem der Sender Bleialf und der Sender Schnee-Eifel sowie Reste der ehemaligen US-Radaranlage Prüm Air Station bei Roth.

Am Osthang der Schneifel liegt der Ort Wascheid. Hier entspringt nördlich der Ortslage der Mehlenbach, der auf 14km der Prüm zufließt und diese bei Weinsfeld erreicht. Am Ortseingang von Wascheid befüllt der kleine Mehlenbach den 3ha großen Stausee Wascheid, ein beliebtes Angelrevier in idyllischer Lage. Im unteren Mehlenbachtal

Am Nordhang des Schwarzen Manns entspringt der Alfbach im Gebiet der Gemeinde Buchet. Der Alfbach ist 22km lang und mündet bei Pronsfeld in die Prüm. In Buchet gastierte 1944 der Schriftsteller Ernest Hemingway für einige Wochen und berichtete über die Ardennenoffensive. Seine heruntergekommene Behausung nannte er scherzhaft Schloss Hemingstein. Ein eigener Ernst-Hemingway-Wanderweg gedenkt dem weltbekannten Literaturnobelpreisträger. Hemingway beschrieb in seinem Bericht „War in the Siegfried Line“ auch die Schnee-Eifel in gekonnten Worten: „It was cold and raining and blowing half a gale, and ahead of us was the dark forest wall of the Schnee Eifel range where the dragon lived“.

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