Schloßböckelheim


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Schoßböckelheim an der Nahe ist stolz auf seine Weinbautradition, die es seit 1128 pflegt. Des Weiteren ist dieser Landstrich durch ein trocken-warmes Klima geprägt, das hier submediterrane Pflanzen wachsen lässt. Wer allerdings weniger seine Augen suchend in Steppenrasen und Trockenbüschen heftet und in die Höhe schaut, wird westlich des Ortes den Heimbergturm ins Visir nehmen oder die Ruine von Burg Schloßböckelheim oberhalb der Nahe.

Der hölzerne Heimbergturm mit Aussichtsplattform misst 29m und wurde 2008 auf dem Heimberg (302m) mit Douglasienstämmen aus dem Soonwald errichtet. Von hier oben blickt man auf den Hunsrück und kann den Erbeskopf (816m), die Alteburg (621m), die Ellerspring (658m) und den Kandrich (639m) im Binger Wald ausmachen oder in den Taunus bis zum Großen Feldberg (881m), bis nach Rheinhessen und ins Naheland gucken.Oder man stellt die Augen auf die nähere Umgebung scharf mit Waldböckelheim, Burgsponheim, Hüffelsheim und weitere erkundenswerten Ortschaften. Was man da genau vor die Linse bekommt, erläutern Infotafeln auf der Aussichtsplattform des Heimbergturms.

Die Burg Schloßböckelheim entstand im 9. Jahrhundert. Erhalten konnten sich Reste von Ringmauern und Türmen. Man vermutet, dass die Burg an der Stelle einer römischen Siedlung erbaut wurde. Die einstige Höhenburg wurde 1688 zu Beginn der Pfälzischen Erbfolgekriege in Schutt gelegt. Zieht man Malereien und Kupferstiche aus dem 17. Jahrhundert zu Rate, muss es sich bei der gräflichen Burg um eine doch recht belebte Anlage gehandelt haben.

Apropos belebt … belebt und beraubt wurden 1800 einige Menschen in der Region, Kaufleute und andere. Die hier und im Umland bekannten Räubereien sind mit dem Namen Johannes Bückler verknüpft, besser bekannt als Schinderhannes. Bei Schloßböckelheim fand die bekannte Stiefelschlacht statt. Womöglich auch ein bisschen eine Posse. Bückler und Konsorten wollten Bauern und jüdische Händler überfallen. Die hatten aber nichts bei sich, wie sich rausstellte, als die Räuber die Schuhe und Stiefel der Opfer untersucht hatten. Anschließend, so die Geschichtsschreibung, hätten sich die Diebe darüber lustig gemacht, wie unter den Bauern und Händlern ein Streit um die besten Stiefel stattgefunden habe.


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