Daxweiler


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Daxweiler liegt an der Westflanke des Binger Walds, und dass Wald in Daxweiler ein großes Thema ist, entnimmt man der Statistik, die 85% der Gemarkungsfläche von Daxweiler als Waldgebiet ausweist. Die Wälder erstrecken sich östlich der Autobahn A 61, die dicht an Daxweiler vorbeiführt (die Autobahnraststätte Hunsrück liegt hier).

Der Höhepunkt der Wälder von Daxweiler ist der Kandrich (639m). Auf dem unbewaldeten Gipfelplateau stehen heute Windräder und ein Sendemast. 1962-92 nutzte das US-Militär den Kandrich und betrieb hier eine Radaranlage mit einem Flugabwehrsystem, zu Beginn nuklear bestückt. Ab 1982 hätten vom Kandrich aus Patriot-Raketen abgeschossen werden können. Der Vertrag für eine militärische Nutzung des Kandrichs lief 1992 aus. Rückbau, Dekontaminierung und Rekultivierung des ehemaligen Militärgeländes fanden 2006 ihren Abschluss.

Der Südwestausläufer des Kandrich heißt Hammerberg (584m), der Nordostausläufer Ohligsberg (604m). Über den Ohligsberg verläuft der Soonwaldsteig, der Wanderern hier an der Schutzhütte Ohligsberg erstmals den Blick auf den Rhein freigibt. Der Aussichtspunkt auf dem Ohligsberg heißt daher bezeichnenderweise auch Rheinblick.

Westlich des Kandrich steht die beliebte Waldgaststätte Forsthaus Emmerichshütte. Hier lernt man, dass man sich im Ingelheimer Stadtwald befindet, was interessant ist, da die Rotweinstadt Ingelheim am Rhein gut 30km entfernt liegt. Irgendwie kamen die Ingelheimer im Mittelalter an das große Waldgebiet rund um den Kandrich und sind bis heute dessen Besitzer.

In Daxweiler selbst findet sich die katholische Pfarrkirche Mariä Geburt, deren romanischer Turm wohl aus dem 12. Jahrhundert stammt. Der spätgotische Chor entstand 1484. Die dreischiffige neuspätgotische Stufenhalle wurde im ausgehenden 19. Jahrhundert errichtet.

Nach Nordwesten hin liegt am Guldenbach die zur Gemarkun Daxweiler zählende Stromberger Neuhütte, eine ehemalige Eisenhütte mit einer denkmalgeschützten Fabrikantenvilla. Zur Anlage gehören klassizistische Produktions-, Lager- und Verwaltungseinheiten aus Bruchstein aus dem frühen 19. Jahrhundert und die Fabrikantenvilla ist auf die Zeit um 1900 datiert.


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