Georoute Ruhr Etappe 6 Wetter an der Ruhr - Schwerte


Erstellt von: SGV
Streckenlänge: 24 km
Gehzeit o. Pause: 6 Std. 15 Min.
Höhenmeter ca. ↑712m  ↓651m
Georroute Ruhr Wegzeichen

An der Burgstraße im historischen Kern von Wetter an der Ruhr beginnt die Schlussetappe der Georoute Ruhr, die auf rund 130km der Spur des Schwarzen Goldes von Mülheim an der Ruhr bis nach Schwerte folgt. Man verlässt die Altstadt von Wetter über den Sunderweg und wandert hinauf auf den Harkortberg (232m).

Auf dem Harkortberg oberhalb des Harkortsees befindet sich der Hartkortturm, ein hübscher Aussichtsturm, der allerdings meistens geschlossen ist. Wer war eigentlich dieser Harkort? Friedrich Harkort wurde 1793 im Hagener Stadtteil Haspe geboren und gilt als Vater des Ruhrgebiets. Er trieb als Pionier den Eisenbahnbau voran, der es ermöglichte, das Ruhrgebiet mit dem damaligen Wirtschaftszentrum rund um Wuppertal zu verbinden. Aus Harkorts Unternehmungen entstand später die Demag, die 1973 im Mannesmann-Konzern (heute Vodafone) aufging.

An der Hangkante des Ardeygebirges wandert man oberhalb des Harkortsees weiter zum ehemaligen Cuno-Kraftwerk, das bis 2004 in Betrieb war. Der 220 m hohe oft nur Cuno genannte Schornstein ist eine weithin sichtbare Landmarke, die man sehr gut von der Autobahn A 1 einsehen kann.

Hinter dem Cuno-Kraftwerk trifft die Georoute Ruhr auf das Ruhr-Viadukt, das 1875-78 aus dem witterungsbeständigen Ruhrsandstein errichtet wurde. Die Gleise der Bahnstrecke von Düsseldorf nach Dortmund führen in 30m Höhe mit 313m Länge über die Ruhr. Das Ruhr-Viadukt markiert zugleich den Anfang des Harkortsees, einem der sechs Ruhrstauseen.

Die Georoute Ruhr begleitet die Ruhr am Ufer und führt um Herdecke herum zum Laufwasserkraftwerk Stiftsmühle, das 1930 am Zusammenfluss von Volme und Ruhr gebaut wurde. Wenig später trifft man auf den nächsten Ruhrstausee, den 136ha großen Hengsteysee bei Hagen.

Die Georoute Ruhr folgt dem Ufer des Hengsteysees. Wenige Meter entlang des Uferweges bekommt man einen freien Blick auf eine eindrucksvolle Felswand. Dieser als Schiffswinkel bezeichnete geologische Aufschluss dokumentiert einen erdgeschichtlichen Abschnitt aus der Karbonzeit (358 – 296 Millionen Jahre vor heute), in dem sich das damalige Landschaftsbild stark wandeltet. Lange war die Region Teil eines Meeresbeckens, ehe sich das Meer allmählich zurückzog und von Waldmooren beherrscht wurde. Es war der Beginn der Steinkohlenzeit.

Etwa 300 Meter nördlich vom Kraftwerk Hengstey ist im Kern einer deutlich zu sehenden Gesteinsfalte der Beginn des Wandels nachvollziehbar. Die dort flach liegenden Schichten entstanden noch aus Ablagerungen in einer flachen Küstenregion, was durch den Fund kleiner Meeresfossilien belegt werden kann. Wenige Meter weiter nördlich stehen die Schichten dann steil und ein Kohleflöz, das Flöz Sengsbank wird sichtbar. Das ursprünglich aus Pflanzenmaterial entstandene Flöz liefert den Beweis für den endgültigen Wechsel zum Land. Waldmoore breiteten sich aus.

Das nächste Etappenziel entlang des Uferweges am Hengsteysee ist das Koepchenwerk, eines der beiden ersten, gleichzeitig verwirklichten großen Pumpspeicherkraftwerke in Deutschland. Rund 160m über dem Hengsteysee befindet sich ein Speicherbecken, in das in verbrauchsarmen Zeiten Wasser vom Hengsteysee hinaufgepumpt wird. Braucht man dann später mehr Strom, lässt man das Wasser durch Turbinen wieder hinunter laufen und erzeugt so Strom.

Am Ende des Hengsteysees trifft man auf das Stadtgebiet von Dortmund und wandert hinauf auf den Syberg (245m). Hier belohnen gleich mehrere Attraktionen den steilen Anstieg. Zum einen trifft man hier auf den Syburger Bergbauweg. Entlang dieses Wegabschnittes am Nordwesthang des Syberges bekommt man auf kleinstem Raum einen Einblick in die vor- und frühindustrielle Zeit am Südrand des Ruhrgebietes. Zehn Infotafeln und das Besucherbergwerk Graf Wittekind präsentieren die Bergbaugeschichte vor Ort.

Zum anderen beeindruckt auf dem Plateau des Sybergs das 1893-1902 erbaute Kaiser-Wilhelm-Denkmal. Vom Denkmal genießt man den Blick ins Hagener Ruhrtal und hinüber ins Lennebergland. Noch höher hinauf geht es auf dem – leider meistens verschlossenen – Vincketurm. Der wiederum steht auf dem Gelände der ehemaligen Burg Hohensyburg, von der noch einige Reste erhalten sind. Die Burg entstand im 12. Jahrhundert, geht aber auf eine deutlich ältere Ringwallanlage zurück, die einst Karl der Große den Sachsen abnahm. Hinter der Ruine der Hohensyburg steht als bautechnischer Kontrast die 1983-85 erbaute Spielbank Hohensyburg, eines von vier Casinos in Nordrhein-Westfalen.

Das letzte Wegstück auf der Georoute Ruhr leitet von der Hohensyburg vorbei an der Naturbühne Hohensyburg in die Waldgebiete rund um den Asenberg (210m) und den Ebberg (223m) mit dem Naturfreundehaus Ebberg. Man passiert das Westhofener Kreuz, das täglich von rund 160.000 Fahrzeugen – meist im Stop-and-Go – befahren wird und wandert oberhalb von Schwerte hinein in den Schwerter Wald zum bekannten Ausflugslokal Freischütz, dem Ziel der Georoute Ruhr. Der Freischütz war eigentlich als Forsthaus geplant, doch da rund herum im Wald Eisenstein und Kohle gefördert wurde, kam schnell ein Ausschank herbei, um den durstigen Arbeitern den Heimweg zu erleichtern.

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