Bracht (Schmallenberg)

Am Nordrand der Saalhauser Berge liegt der Schmallenberger Ortsteil Bracht. Der gleichnamige Berg Bracht (599m) überschaut das Dorf von Süden her. Nach Nordwesten hin öffnet sich das Hochtal, um den Brachter Bach in Richtung Wenne und Ruhr hin abfließen zu lassen. Im Süden entspringt zwischen Bracht und Helle (621m) der Gleierbach, der in südwestlicher Richtung zur Lenne fließt. Und so, wie sich hier die Täler treffen, trafen sich in früheren Jahrhunderten zwei wichtige Fernstraßen, die Heidenstraße und der Kriegerweg. An der ehemaligen Zollstelle, dem sogenannten Schlag, erinnert ein Bildstock an diese Zeit.

Bracht nennt sich selbst das Christine-Koch-Dorf. Die bei Eslohe gebürtige Christine Koch hatte sich Anfang des 20. Jahrhunderts sehr um die Sauerländer Mundart verdient gemacht, schrieb Gedichte und Erzählungen. Sie wird auch die Sauerländer Nachtigall genannt. Nach Bracht kam sie, als sie 1905 den hiesigen Gastwirt Wilhelm Koch geheiratet hatte.

Christine Koch erhielt zahlreiche Ehrungen für ihr mundartliches Schaffen, und in Bracht steht seit 2007 ein Denkmal ihr zu Ehren. Auch der Sauerländische Gebirgsverein (SGV) hat einen seiner Hauptwege nach ihr benannt. Der Christine-Koch-Weg ist mit dem Wegzeichen X18 markiert und verläuft auf rund 126km Länge von Menden bis nach Bad Laasphe und passiert dabei auch Bracht. Wer mehr zu Sauerländer Nachtigall erfahren will, dem sei auch ein Besuch im Christine-Koch-Mundartarchiv im Maschinen- und Heimatmuseum in Eslohe empfohlen.

Überquert man von Bracht aus den Nordrücken des Kahlenbergs (566m), gelangt man in den Nachbarort Werntrop. Wie Bracht gehört er heute als Ortsteil zu Schmallenberg. Sehenswert ist hier vor allem die der Heiligen Agatha geweihte Kapelle. Die St. Agatha Kapelle in Werntrop entstand Mitte des 17. Jahrhunderts im Renaissance-Stil und ersetzte damals einen älteren Vorgängerbau. Einige Stücke der Inneneinrichtung sind allerdings deutlich älter. Während der Altar genauso alt ist wie der Bau selbst, stammt die gotische Pietà schon aus dem 15. Jahrhundert. Und das Wandkreuz ist gar noch älter: man datiert es auf das 13. Jahrhundert.

Einen Blick wert ist auch die Werntroper Mühle. Die alte Mühle wurde ursprünglich über ein Wasserrad betrieben, das sich aus dem Mühlteich speiste. Gleich mehrere kleine Bäche entspringen an den Berghängen südlich von Werntrop, insbesondere der Bruchbach füllte den Teich der Mühle. Das hübsche Fachwerkgebäude steht ein wenig abseits des eigentlichen Ortskerns.

Von hier aus lohnt der Weg Richtung Süden, durch den Wald das Bruchbachtal hinauf. Über 250 Höhenmeter gilt es auf kurzer Strecke zu überwinden, um schließlich oben auf dem Auergang (684m) zu stehen, einem der höchsten Gipfel der Saalhauser Berge. Von hier genießt man ganz ohne Aussichtsturm einen bekannten Panoramablick über das Rothaargebirge im Hochsauerland.

Regionaler Bezug:

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