Bad Laasphe

Einen weithin hoch geachteten Ruf als Kneipp-Heilbad hat die Stadt Bad Laasphe, die das Zentrum des Wittgensteiner Berglands ist. Laasphe wird 1277 erstmals urkundlich erwähnt und trägt seit 1984 das „Bad“ im Namen. Bad Laasphe war wegen seiner guten Luft schon um 1900 ein beliebter Luftkurort für Erholungssuchende aus dem Ruhrgebiet. Des milden Klimas wegen, trägt Bad Laasphe auch den Beinamen Riviera Wittgensteins.

Im Zuge der Anerkennung der Stadt Laasphe zum Bad wurde 1980 der 12ha große Kurpark Bad Laasphe am östlichen Hang des Lahntals angelegt. Im Herzen des Parks befindet sich ein kleiner künstlich angelegter Teich mit Ruhebänken. Von hier sieht man auch das Ehrenmal, welches zum Gedenken an die Opfer der beiden Weltkriege errichtet worden ist. Vom Ehrenmal, am einstigen Standort einer mittelalterlichen Landwarte, eröffnet sich ein besonders reizvoller Blick auf Bad Laasphe. Am Haus des Gastes beginnt und endet ein 1,5 km langer gepflasterter Rundweg mit zwei kurzen Steigungen (ca. 10%) durch den Park (Kurterrainweg: Symbol „blaues Herz Nr. 3“).

Das Schmuckstück von Bad Laasphe ist die historische Altstadt mit ihrer Vielzahl an gut erhaltenen Fachwerkhäusern. Bis heute ist hier in der Innenstadt der mittelalterliche, rechteckige Grundriss erkennbar, denn nach einem großen Stadtbrand im Jahr 1506 waren die Häuser auf dem alten Grundriss wieder aufgebaut worden. Über sechzig denkmalgeschützte Gebäude machen einen Spaziergang durch die Altstadt heute lohnenswert. Und mehr als zwanzig Bronzetafeln informieren über interessante Fakten.

Eine Station auf diesem Spaziergang durch die Altstadt von Bad Laasphe ist sicherlich die evangelische Kirche. Sie ist das älteste erhaltene Gebäude von Bad Laasphe und wird 1230 erstmals erwähnt. Der zweischiffige romanische Gewölbebau trägt einen charakteristischen Turmhelm. Er stammt aus dem späten 18. Jahrhundert, als der Turm bei einem Brand beschädigt wurde. Sehenswerte Details im Inneren der Kirche sind mehrere Grabplatten bzw. Epitaphe der Grafen von Sayn-Wittgenstein. Bis 1595 diente übrigens der heutige Kirchplatz als Begräbnisstätte. Heute umstehen mehrere prächtige Fachwerkgebäude den zentralen Platz vor der Kirche, zum Beispiel das alte Schulhaus und Rathaus.

Zur evangelischen Konfession hat Bad Laasphe übrigens einen zwar nur kleinen, aber interessanten Beitrag geleistet. Hier im Wittgensteiner Bergland wurde 1434 Johannes Bonemilch geboren. Bonemilch war erst Pfarrer in Eckelshausen, ging dann an die Universität Erfurt und war von 1498-1508 Weihbischof in Erfurt. In seiner Amtszeit weihte er den jungen Martin Luther zum Priester.

Gut 200 Jahre später – ab 1705 – begann Bad Laasphe, über die ursprünglichen Stadtmauern hinaus zu wachsen. Am Rande des Stadtkerns entstanden eindrucksvolle Villen wie die Villa Bosch in direkter Nachbarschaft der gleichnamigen Brauerei, oder die im Bergischen Stil erbaute Villa Osterrath am Schlossberg. Ebenfalls sehenswert ist die ehemalige Kreissparkasse in der Gartenstraße mit dem hübschen Schmuckgiebel im Rokoko-Stil.

Auch zu Feiern weiß man in Bad Laasphe. So blickt das Bad Laaspher Altstadtfest inzwischen auf eine über 30jährige Tradition zurück. Seit 1979 zieht es jedes Jahr am letzten Wochenende im August von nah und fern zahlreiche Besucher an. In den Straßen der Altstadt bauen die Bad Laaspher Vereine für mehrere Tage ihre Stände und Zelte auf und sorgen für ein buntes Programm.

Für Technikbegeisterte lohnt sich der Weg in die Bahnhofstraße. Im Haus der Jugend untergebracht ist nämlich die weltweit größte Sammlung von Radios und anderen Exponaten aus der Radiotechnik-Geschichte. Rund 4.000 Stücke umfasst die Sammlung des internationalen Radio-Museums von Hans Necker, von denen rund 1.000 in der Ausstellung zu sehen sind. Der Schwerpunkt liegt auf Radiogeräten von den 1920ern bis in die 1960er. Aber auch Kuriositäten aus der Welt des Rundfunks und alte Grammophone gehören zur Sammlung.

Steinpilz, Morchel oder Fliegenpilz: den einen oder anderen heimischen Pilz erkennt wohl jeder. Aber wer sich richtig in die Materie einarbeiten möchte, für den ist ein Besuch im Pilzkundlichen Museum Bad Laasphe angeraten. Mit seinen rund 700 gefriergetrockneten Exponaten ist das pilzkundliche Museum einzigartig in Europa. Das pilzkundliche Museum Bad Laasphe befindet sich im Haus des Gastes. Hinter dem Haus des Gastes wurde in den 1990er Jahren auch ein Kräutergarten eingerichtet, der über hundert Küchen- und Heilkräuter umfasst.