Bergische Streifzüge Energieweg


Erstellt von: SGV
Streckenlänge: 12 km
Gehzeit o. Pause: 3 Stunden 16 Min.
Höchster Punkt: 425 m
Tiefster Punkt: 289 m
Bergische Streifzuege Energieweg Gummersbach

Die Bergischen Streifzüge sind Wanderwege, die im Rahmen der beiden Fernwanderwege Bergischer Weg und Bergischer Panoramasteig als Tages- oder Halbtagestour angelegt wurden und dabei jeweils ein ortstypisches Thema aufgreifen. In Gummersbach, der Kreisstadt im Oberbergischen, hat man das Thema Energie gewählt. Das passt gut, hat man im Oberbergischen doch einige Erfahrung mit regenativen Energien.

Startpunkt des Energiewegs ist der Wanderparkplatz an der Sperrmauer der Aggertalsperre. Die heute als Naherholungsziel weithin bekannte Aggertalsperre wurde 1927-29 errichtet, um aktiven Hochwasserschutz zu betreiben und zugleich Strom zu produzieren.

Am Südufer der Aggertalsperre entlang führt der Energieweg hinauf nach Lieberhausen. In Sachen Energie ist Lieberhausen ganz vorne mit dabei. Schon 1999 gründete man hier eine Energiegenossenschaft, die 2001 ihr eigenes Holzfernheizwerk in Betrieb nahm. Somit ist Lieberhausen weitgehend unabhängig von fossilen Energieträgern und kann seine gut 350 Einwohner mit Heizung und Warmwasser auf Basis nachwachsenden Rohstoffe versorgen.

Aber auch in Sachen geistiger Energie wird man in Lieberhausen fündig. Hier steht die bekannteste der fünf Bunten Kerken im Oberbergischen Land. Die Bunte Kerke in Lieberhausen ist eine kleine, dreischiffige Pfeilerbasilika im spätromanischen Baustil. Nach Erneuerung von Querschiff und Chor im 15. Jahrhundert begann man damit, das Kircheninnere auszumalen. Als Lieberhausen 1586 evangelisch wurde, ergänzte man die Wand- und Deckengemälde, was zu dem im Rheinland einmaligen Umstand führte, dass in der Bunten Kerke Lieberhausen vor- und nachreformatorische Malereien nebeneinander zu bewundern sind.

Von der Kirche geht es in den Wald, in dem man noch an vielen Stellen sehen kann, wie früher der Niederwald als Energieträger genutzt wurde. In regelmäßigen Abständen wurden Parzellen auf den Stock gesetzt – also abgeholzt –und bekamen danach Zeit, aus dem Wurzelstock wieder neu auszuschlagen. Diese Technik des nachhaltigen Wirtschaftens kennt man auch als Haubergswirtschaft.

Wenn der Wald den Blick freigibt, sieht man vom Energieweg auch die beiden 140m hohen Windkraftanlage in Piene, östlich der Autobahn A 45. Dann geht es durch das Rengsetal wieder zurück zur Aggertalsperre.

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