Rengsetal

An der Südflanke der Homert (519m) im Übergang vom Oberaggertal ins sauerländische Ebbegebirge liegt die Quelle der Rengse. Der nur gut 5km lange Bachlauf legt 173 Höhenmeter in südwestlicher Richtung zurück, bevor er die Aggertalsperre erreicht. Hier bildet die Rengse den Ostausläufer der Talsperre, passiert ab Niederrengse nacheinander den Beulberg (481m), den Knollen (447m) sowie den Bruchberg (405m) und mündet dann innerhalb des Stausees in die Agger.

Im Rengsetal liegen die Ortschaften Oberrengse, Hardt, Wörde, die zu Gummersbach gehören, und die Dörfer Niederrengse und Höh, die zur Gemeinde Bergneustadt zählen. Das Bachtal der Rengse ist vor allem von Land- und Forstwirtschaft geprägt. Vor dem Bau der Aggertalsperre war es übrigens ein ganzes Stück länger: Die Gesamtlänge der Rengse, bevor sie aufgestaut wurde, betrug ca. 7km.

Oberrengse liegt südlich der Homert (519m), der höchsten Erhebung im Oberbergischen Kreis. Die Kreisgrenze zum Märkischen Kreis, die östlich von Oberrengse verläuft, ist gleichzeitig die Grenze zwischen Naturpark Bergisches Land und Naturpark Ebbegebirge. Von Oberrengse zum Gipfel der Homert führt der Käte-Strobel-Weg.

Käte Strobel war Bundesgesundheitsministerin (1966-69) und Bundesfamilienministerin (1969-72) und förderte in dieser Zeit den Aufbau von Familienferienstätten. Eine solche gibt es auch in Oberrengse mit dem Käte-Strobel-Haus, auch bekannt als Familien-Ferien-Zentrum Lieberhausen. Träger des Käte-Strobel-Hauses sind die NaturFreunde NRW, die den Gästen ihrer knapp dreißig Ferienzentren in Nordrhein-Westfalen einen verantwortungsvollen Umgang mit der Natur vermitteln wollen.

Sehenswert bei Oberrengse ist das Naturdenkmal Stuppbuchen auf dem Rickelnberg. Die uralten Buchen haben einen besonderen Wuchs, der einer Kopfweide ähnelt. Ihre Baumkronen wurden in einem mehrjährigen Abstand entfernt und zu Brennholz verarbeitet.

In Niederrengse liegt am Bachlauf der Rengse die Rengser Mühle. Die alte Getreidemühle von 1869 wurde anno 1954 stillgelegt und in ein Hotel mit Restaurant umgebaut; vor dem Haus liegen noch die großen Mühlsteine.

Einen guten Blick in das Rengsetal hat der Wanderer vom kleinen Dorf Höh aus, das nördlich des Beulbergs liegt. In den großen Waldflächen rund um das keine zehn Einwohner zählende Örtchen lässt es sich prima wandern, u.a. auch zum Aussichtsturm auf dem Knollen. Der 30m hohe Knollen-Turm wurde 1982 eröffnet und bietet einen hervorragenden Blick: Von der Aussichtsplattform sieht man nicht nur sehr schön die Aggertalsperre, sondern der Blick reicht weit hinein ins Oberbergische, das Sauerland und bis zu den Höhen des Westerwalds.

IVW