Ürzig

Ürzig liegt in der großen Moselschleife zwischen Traben-Trarbach und Bernkastel-Kues, flussaufwärts von Erden bzw. flussabwärts hinter dem Kloster Machern und der kaum zu übersehenden Hochmoselbrücke.

Apropos Hochmoselbrücke: Die ist schon beeindruckend. 1,7km lang und in bis zu 158m Höhe überspannt sie das Moseltal zwischen Ürzig und Zeltingen-Rachtig und führt (wahrscheinlich ab 2018) die Bundesstraße B 50 über den Kueser Moselbogen.

Ürzig ist ein bekanter Weinort, nicht nur, weil Ürzig Drehort der in den 1980er Jahren produzierten TV-Serie Moselbrück war. Nein, hier wird tatsächlich Wein angebaut und z.B. die Weingüter der Klöster Himmerod und Springiersbach unterhielten in Ürzig Höfe, von denen sie die Weinproduktion vor Ort steuerten.

Einer dieser Höfe ist der Himmeroder Hof am östlichen Ortsausgang von Ürzig. Der Himmeroder Hof wurde durch die Abtei Himmerod 1574 errichtet. Erhalten von der Hofanlage ist nur noch das Wohnhaus, das 1898 mit einer aufwändigen Neorenaissancefassade versehen wurde.

Geht man vom Himeroder Hof flussaufwärts ins Zentrum von Ürzig, läuft man am Fuße der Hänge der bekannten Weinlage Ürziger Würzgarten. Davon ließen sich die örtlichen Touristiker inspirieren, die im Ürziger Würzgarten den Ürziger Gewürzgarten anlegen. Dort wachsen und blühen insgesamt 10.000 Stauden in über 160 Sorten, tausende Zwiebelpflanzen, einheimische Sträucher, Wildrosen und historische Rosen sowie traditionelle Heil- und Gewürzpflanzen.

In den Weinbergen des Ürziger Würzgartens stand einst eine Burg. Von der ist nicht mehr viel erhalten, allerdings stehen noch Überreste eines ehemaligen Wachturms zwischen den Reben. An diesem Wachturm prangt die Ürziger Sonnenuhr, die als älteste Sonnenuhr an der Mosel gilt.

Den Ortskern von Ürzig dominiert die katholische Pfarrkirche St. Maternus, die 1866-67 erbaut wurde. Älter ist allerdings der gotische Kirchturm, der vermutlich im 15. Jahrhundert errichtet wurde. Im Innern der Maternuskirche steht ein Taufstein aus dem Jahr 1500 aus dem Vorgängerbau.

Verlässt man Ürzig moselaufwärts in Richtung Kröv kommt man zu den Weinlagen Erdener Prälat und Erdener Treppchen. Hier fanden Archäologen zwei antike Kelteranlagen, eine davon das älteste römische Weinkelterhaus Deutschlands. An dieser römischen Kelteranlage Erden wurde im 4. Jahrhundert eine Rauchkammer, ein sog. Fumarium angebaut, um mit Rauch eine schnellere Reifung des Weines zu erzielen.