Zeltingen-Rachtig

Weinhotel LandsknechtWeinhotel Landsknecht

Moselhandschuh nennt man den charakteristischen Moselverlauf zwischen Bernkastel-Kues und Traben-Trarbach, weil der Fluss hier die Form eines Fäustlings in die Landschaft zeichnet. Da, wo in diesem Moselhandschuh der Kleine Finger stecken würde, liegt der Doppelort Zeltingen-Rachtig.

Verfehlen kann man Zeltingen-Rachtig kaum, denn hier entsteht derzeit die Hochmoselbrücke. Die Hochmoselbrücke führt die Bundesstraße B 50 in bis zu 158m Höhe vierspurig über das Moseltal und ist damit der zentrale Baustein des Hochmoselübergangs, der die A 60 und A 1 bei Wittlich mit der A 61 bei Rheinböllen autobahnähnlich verbindet.

Zeltingen-Rachtig selbst hat einen malerischen Ortskern rund um den historischen Marktplatz, der die Kulisse der Moseloperette Zeltinger Himmelreich darstellt. Die Operette wird jeweils in ungeraden Jahren aufgeführt. Die gleichnamige Weinlage Zeltinger Himmelreich produziert da etwas regelmäßiger, ebenso wie die Lage Zeltinger Sonnenuhr und weitere Rebflächen.

Der Deutschherrenhof im Ortsteil Rachtig ist eine stattliche spätgotische Vierflügelanlage aus dem 16. Jahrhundert mit barocken Veränderungen aus dem Jahr 1738. Die Ritter des Deutschen Ritterordens kamen 1247 nach Rachtig und die ältesten Teile des spätgotischen Hauses sind wahrscheinlich im 15. Jahrhundert entstanden. Heute ist hier ein Hotel.

Gleich benachbart in Rachtig ist der Pfarrhof aus dem Jahr 1725. Die katholische Pfarrkirche St. Maria Immaculata ist dagegen eher jung mit dem Baujahr 1906. Der neuspätromanische Schieferbruchsteinbau entstand als Basilika an einem Westturm aus dem Jahr 1725.

In Zeltingen sind gleich zwei Jüdische Friedhöfe als Denkmalzone ausgewiesen, ein alter und ein neuer Friedhof. Auch unter Denkmalschutz steht der Ortskern mit der Kurfürstenstraße und der Engelbertstraße. Hier stehen schön renovierte Häuser aus Fachwerk ab dem 16. Jahrhundert. Das älteste davon steht in der Kurfürstenstraße 2 und ist ein breit angelegtes im Untergeschoss massiv gebautes Fachwerkhaus aus der Mitte des 16. Jahrhunderts. Hier ist auch direkt der Marktplatz und nebenan steht die Ratsschenke, die früher eine Bäckerei war.

Ein imposanter Profanbau aus dem Jahr 1767-68 steht in der Uferallee: das Weingut Schorlemer ist ein neunachsiger Mansarddachbau mit einem Kelterhaus und einer klassizistischen Toreinfahrt. Das zweigeschossige Haus mit zwei Skulpturen in der Frontseite wird über eine Freitreppe betreten. Ein Stück weiter steht eine ehemalige Villa, die heute als Hotel genutzt wird. Der spätklassizistische Bruchsteinbau entstand um 1870. Man sieht in Zeltingen einige architektonische gepflegte Schönheiten aus den letzten Jahrhunderten.

Ein Beispiel für Rokoko ist das Portal der katholischen Pfarrkirche St. Stephan in der gleichnamigen Straße. Das Langhaus wurde 1720 gebaut. Der Chor stammt vermutlich aus dem 17. Jahrhundert und die Sakristei ist aus dem Jahr 1640, der Westturm wurde 1739 errichtet.

Südöstlich des Ortes oberhalb der Straße nach Graach liegt die Ruine Kunibertsburg (auch Rosenburg genannt) aus dem 12. Jahrhundert. Hier sind nur noch Reste von Bruchsteinmauerwerk zu sehen.