Trarbach (Traben-Trarbach)

Links der Mosel in der Eifel liegt Traben, rechts der Mosel im Hunsrück liegt Trarbach und zusammen sind die beiden Orte seit 1904 die Stadt Traben-Trarbach an der Mosel. Seit 1898 verbindet eine Brücke die beiden Stadtteile.

Am südlichen Ende dieser Brücke steht in der Brückenstraße das Brückentor, ein stattliches Portal mit einem mächtigen Rundturm und der Brückentor-Schenke sowie einer Galerie. Das Brückentor ist ein Widerlager und Torbau der Moselbrücke, 1898-99 erbaut im neugotischen Stil. Architekt war Bruno Möhring (1863-1929), der seinerzeit zu den bedeutendsten Jugendstil-Architekten zu zählen war. Über dem die Straße überspannenden Bogen tanzt im Relief ein lebensgroß dargestelltes Winzerpaar.

Mit Aufkeimen des Wohlstands durch den Weinhandel entstanden in Trarbach prächtige Bauten im Jugendstil, die man heute noch bewundern kann, als Weinkeller oder im Bereich der Gastronomie. In Trarbach ist der komplette Ortskern als Denkmalzone ausgewiesen. Geprägt ist diese durch die mittelalterlichen eher engen Straßen an dessen Rändern sich spät- und nachklassizistische große Bauten fast lückenlos tummeln.

Es bietet sich für eine Erkundung von Trarbach an, mit dem Haus Böcking zu beginnen, das ist Herberge des Heimatmuseums, genannt Mittelmoselmuseum. Der stattliche Mansardwalmdachbau mit neun Achsen wurde 1760 als barockes Patrizierhaus für einen Sponheimischen Landkassierer gebaut. Das 1928 gegründete Heimatmuseum zog 1955 in den schönen Bau und zeigt seitdem von der Ur- und Frühgeschichte das Spektrum des Lebens, Liebens und Kriegens der Region.

Von der einstigen Stadtbefestigung ab der Mitte des 14. Jahrhunderts haben sich einige Mauerstücke erhalten, auch der Weiße Turm (Stadtturm mit dem benachbarten Haus der Ikonen), der ein nordwestlicher Eckturm der Stadtmauer war, und der Schalenturm in der Grabenstraße 22. Er wurde wahrscheinlich im 19. Jahrhundert mit Fenstern versehen.

Das älteste Bauwerk in Trarbach ist die Grevenburg, die östlich oberhalb der Stadt aus der Vegetation ragt. Von der Höhenburg steht nur noch eine westliche Fassade des einstigen Kommandantenhauses. Dazu sind viele Fundamente der Burganlage erhalten. Einer der beiden Pulvertürme ist auch noch zu erahnen. 1687 war die Grevenburg ein Teil der Festungsanlage Mont Royal, die sich auf der anderen Moselseite befindet. Vom Wahrzeichen Trarbachs, dem Brückentor, führt ein Wanderweg hinauf zur Grevenburg.

In einem prächtigen, 1906-07 errichteten Jugendstilbau – Architekt wieder Bruno Möhring – befindet sich heute das Buddha-Museum. Der Traben-Trarbacher Unternehmen Wolfgang Preuß ließ die Liegenschaft restaurieren und zeigt hier seine Sammlung von Buddha-Figuren, die er aus aller Herren Länder zusammengetragen hat.

Auch andere namhafte Architekten haben in Trarbach ihre Spuren hinterlassen, wie beispielsweise der Koblenzer Ferdinand Nebel (1782-1860). In Trarbach hat Nebel das Rathaus gebaut. Der dreigeschossige Massivbau aus dem Jahr 1833 hat Rundbogenfenster und ein kleines Uhrentürmchen.

In der Moselstraße finden sich einige sehenswerte stattliche Fachwerkbauten und das Haus Kayser aus dem Jahr 1762. Das fünfachsige Wohnhaus im Rokoko-Stil geht auf den Architekten Johannes Seiz (1717-1779) zurück, der Hofbaumeister im Kurfürstentum Trier war und auch zuständig für Kirchen, Altäre und Schlösser.

In der Kirchgasse steht die evangelische Pfarrkirche aus der Zeit des 14. bis 16. Jahrhunderts. Die Anlage ist unregelmäßig zweischiffig errichtet mit einem im Kern vermutlich romanischen Westturm. Gleich benachbart ist die Lateinschule aus dem Jahr 1573. Der Massivbau hat einen Treppenturm.