Traben (Traben-Trarbach)

Die Stadt Traben-Trarbach liegt in einer hübschen, engen Schleife der Mosel etwa auf halber Strecke zwischen Bernkastel-Kues und Zell. Traben liegt links der Mosel in der Eifel und Trarbach rechts der Mosel im Hunsrück. 1904 fand die Vereinigung der Gemeinde Traben mit der Stadt Trarbach statt und seit 1970 ist Traben-Trarbach Verwaltungssitz der gleichnamigen Verbandsgemeinde Traben-Trarbach.

Der Weinbau und Weinhandel um die Jahrhundertwende begründete den Reichtum von Traben-Trarbach, dem architektonischen Juwel an der Mosel. Davon zeugen zahlreiche Bauten im großbürgerlichen Stil. Eng mit der regen Bautätigkeit verbunden ist der Berliner Baumeister Professor Bruno Möhrig, dessen Handschrift sich in Traben-Trarbach deutlich zeigt. Jugendstilhäuser wechseln sich ab mit barocken und klassizistischen Bauten und der typischen Mosel-Architektur. So lassen sich in dem äußerst sehenswerten Traben viele Fachwerkhäuser aus dem 16. bis 18. Jahrhundert finden, wie beispielsweise in der Kirchstraße.

In der Kirchstraße sind gleich beide Konfessionen zu finden. Die katholische Filialkirche St. Peter und Paul ist eine neoromanische Pseudobasilika aus Schiefer und entstand 1910-12. Eingerahmt ist die Peter-und-Paul-Kirche von evangelischen Pfarrhäusern, einem neugotischen Bruchsteinbau (Doppelhaus) aus dem Jahr 1896 in der Kirchstraße 36/38, und einem Wohnhaus, das bis 1896 als Pfarrhaus diente. Es liegt in der Kirchstraße 47 und ist ein stattlicher siebenachsiger Mansarddachbau, zum Teil mit Fachwerk, aus dem Jahre 1823.

Zwischen dem alten Pfarrhaus und dem ehemaligen Küsterhaus aus dem 16. Jahrhundert liegen zehn Hausnummern. Das Küsterhaus steht gleich bei der evangelischen Peterskirche, die mehrere Baustile vereint. Spätromanisch (1491) und spätgotisch mit einer Erweiterung 1968-69. Und das ist nur ein Bruchteil der in Traben denkmalgeschützten Objekte.

Die ortsbildprägenden Kirchen findet man vergleichsweise schnell. Für eine umfassende Information zur Stadt empfiehlt sich das Aufsuchen des Alten Bahnhofs. In dem sehr schmucken stark gegliederten Gebäude, Bruchstein und teilweise mit Zierfachwerk aus der Zeit zu Beginn des 20. Jahrhunderts, ist die Touristen-Information in der Straße Am Bahnhof.

Architekturinteressierte – und nicht nur sie – folgen der Straße, um auf ein herausragendes Gebäude aus der Ideenschmiede von Möhring zu stoßen, der Villa Huesgen mit der Hausnummer 50. Die repräsentative Jugendstilvilla entstand 1904 und steht mit Park und Pavillons unter Denkmalschutz. Huesgen war ein Weingutbesitzer und Weingroßhändler. Feudale Villen und Weingüter prägen etliche Straßenbilder in Traben.

Auffallend ist auch das heutige Hotel Bellevue, das frühere Hotel Clauss-Feist, eine der ersten Adressen an der Mosel. Heute firmiert das Hotel Bellevue zurecht alsJugendstil-Hotel. Der Bau wurde 1903 von Bruno Möhring entworfen und setzt heute ganz auf die für Traben so prägende Design-Epoche. In der Gourmetküche führt Sternekoch Renato Manzi den Löffel.

Der frühere Aacher Hof ist das historische Aushängeschild des Moselstädtchens. Bereits 830 wurde der Aacher Hof erwähnt. Kaiser Ludwig der Fromme (814-840), ein Sohn von Karl dem Großen, schenkte Traben dem Münster zu Aachen. Der Bau in der Aacher Straße brannte in seiner Geschichte mehrfach ab, so dass heute im Wesentlichen Bauphasen vom 16. bis ins frühe 20. Jahrhundert erhalten sind.

Wendet man sich von der Aacher Straße in die Bahnstraße, findet man das Rathaus mit der Nummer 22. Der dreigeschossige späthistorische Schieferbau stammt aus dem ausgehenden 19. Jahrhundert.

Die Bahnstraße wird von der Poststraße gequert. Hier ist das Postamt, ein stattlicher ebenfalls späthistorischer Zweiflügelbau mit Einflüssen aus dem Jugendstil sehenswert. Er stammt aus dem Beginn des 20. Jahrhunderts.

In der direkten Nachbarschaft ist das sogenannte Lorettahaus zu bewundern. Das Wohn- und Geschäftshaus mit Erkerchchen und einem Türmchen hat vier Geschosse und ist auf 1904 datiert. Loretta von Sponheim (1300-46) war eine resolute Frau und Witwe von Heinrich II. von Sponheim-Starkenburg. Auf der Starkenburg auf der anderen Moselseite lebte sie nach dem Tod ihres Gatten, in einer Zeit von Missernten, Armut und Hunger.

Sie erzwang vom mächtigen Kurfürsten und Erzbischof Balduin von Luxemburg Lösegeld und setzte politische Forderungen durch. Bei einer Schifffahrt setze sie ihn fest und nötigte ihn zum Aufenthalt auf der Starkenburg, bis er nachgab. Ein Ausflugsschiff ist nach Gräfin Loretta benannt. Auch ein Wanderweg der Themen- und Kulturwege der Mosel Erlebnis Routen ist nach ihr benannt. Der Loretta-Weg beginnt in der Brückenstraße am Aufgang zur Ruine Grevenburg auf der Trarbachseite.

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