Loretta-Weg Traben-Trarbach (Mosel)


Erstellt von: Tom - Wanderatlas Redaktion
Streckenlänge: 7 km
Gehzeit o. Pause: 2 Std. 56 Min.
Höhenmeter ca. ↑495m  ↓495m
Kein Wegzeichen hinterlegt

Gräfin Loretta von Sponheim (1300-1346) war eine besondere Dame. Hübsch und tatkräftig. Bereits mit 24 musste sie, weil Mann und Schwiegervater verstarben, die Geschicke der Hinteren Grafschaft Sponheim übernehmen und hatte gleich kräftig Ärger mit dem mächtigen Kurfürsten aus Trier.

Doch Loretta ließ Kurfürst und Erzbischof Balduin von Luxemburg einfach in „Beugehaft“ nehmen. Neun Monate weilte der Kurfürst als „Gast“ auf der Starkenburg, bis er klein beigab und Gräfin Loretta zusicherte, in Zukunft nicht weiter zu versuchen, sich die Grafschaft einzuverleiben.

Gräfin Loretta wurde so zu einer Volksheldin im Gebiet der Hinteren Grafschaft Sponheim, die von Trarben-Trarbach (die Starkenburg und später die Grevenburg waren die Residenzen der Hinteren Sponheimer) bis weit hinein in den Hunsrück reichte.

Der Loretta-Weg beginnt am Bahnhof Traben-Trarbach, der über die kleine Moselweinbahn an die Moselstrecke von Koblenz nach Trier angebunden ist. Wir spazieren über die Moselbrücke von Traben nach Trarbach, bekannt wegen seiner vielen Jugendstilbauten.

Hinter dem Brückentor halten wir uns links und wandern auf steilen Serpentinen hinauf zur Grevenburg. Ab hier sehen wir auch zum ersten Mal die offiziellen Markierungsschilder: eine schwarze Krone auf orangem Grund.

Die Grevenburg wurde 1350 erbaut und nach Fertigstellung zur Residenz der Grafen von Sponheim. Später wurde sie in das Festungsprojekt rund um den Mont Royal integriert. 1734 sprengten die Franzosen die Grevenburg. Heute existiert nur noch die westliche Fassade des ehemaligen Kommandantenhauses und etliche Fundamente der Burganlage.

Wir wandern nun durch den Wald vorbei an der Bismarckhütte Richtung Starkenburg. Die Starkenburg war ab dem 12. Jahrhundert die Residenz der Hinteren Grafschaft Sponheim. Später diente die Starkenburg noch als Witwensitz, begann dann aber ab dem 16. Jahrhundert zu verfallen. Heute sind nur noch wenige Mauerreste zu sehen.

Daher führt der Loretta-Weg auch nicht bis zum Standort der ehemaligen Burg, sondern findet seinen Scheitelpunkt an der Starkenburger Hütte mit schönem Blick über Traben-Trarbach, zum Mont Royal und nach Enkirch. Durch den Wald wandern wir dann wieder zurück nach Traben-Trarbach, wo sich mehrere Gelegenheiten zur Einkehr anbieten.

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