Kloster Springiersbach

Springiersbach ist ein Ortsteil von Bengel, einem Örtchen mit knapp 900 Einwohnern an der Alf am Fuße des Kondelwalds in der Eifel. In Springiersbach steht das über die Region hinaus bekannte 1102 von den Augustinern gegründete Kloster Springiersbach, das seit 1922 ein Konvent der Karmeliten ist mit einer Rokokokirche. 1940 wütete ein Feuer im Kloster, doch es wurde wieder restauriert und in seiner Pracht hergestellt. So liegt es weiterhin malerisch am gleichnamigen Bach, der einen Weiher speist.

Das Kloster liegt auf einem weitläufigen Areal, beherbergt ein Tagungshaus und eine Familienferienstätte, das Karmelitenkloster und die wunderhübsche Kirche. Die Klostergeschichte beginnt im Jahr 1102. Die Adelige Bengigna von Daun gründete es unter dem Orden des heiligen Augustinus. 1121 wurde der Grundstein zu einer Steinkirche gelegt. Die einstige dreischiffige romanische Basilika wurde 1769 abgerissen und an ihrer statt eine Kirche im Stil des Barock und Rokoko gebaut.

Die Rokokokirche überstand die Säkularisierung (1802) und die Abbruchversuche. Als Bengel 1902 eine eigene Kirche errichtet, blieb die Klosterkirche zunächst ungenutzt, bis sich 1922 die Karmeliten dort niederlassen und einen kleinen Konvent einrichten. Rund sieben Karmeliten leben im Kloster Springiersbach und befassen sich mit der Seelsorge, wirken im Exerzitien- und Bildungshaus. Ein Klosterladen bietet Bücher und Schriften, Geschenke und Kalender sowie religiöse Kunst und Klosterprodukte, wie Kerzen, Seifen, Figuren, Marmelade und Bonbons.

Die Klosterkirche, von außen auffallend durch die hellen Farben Weiß und Rosé sowie die strukturierte Fassade mit hohen Pilastern, Fenstern und Okuli, ist ein Schmuckstück auch durch ihre reiche barocke Ausstattung und die Deckenfresken. Das Deckengemälde beherrscht das gesamte Tonnengewölbe und das Auge weiß gar nicht wo es sich satt sehen kann. Das Gemälde zeigt die heilige Dreifaltigkeit, Mariens Himmelfahrt und St. Augustinus. Die Inneneinrichtung besteht aus naturfarbenem Eichenholz mit Vergoldungen. Auch die Altäre sind mit Goldfarbe geschmückt.

Weniger verspielt dafür fundamental und mit mächtigen Pfeilern ausgestattet liegt der kunsthistorisch bedeutsame Schatz des Kapitelsaals aus der Zeit um 1220. Hier zeigt sich in beeindruckender Weise die Steinmetzbaukunst, originalgetreu rekonstruiert. Der zweischiffige spätromanische Kapitelsaal fasziniert durch sein breit aufgespanntes Gewölbe, das durch Bündelpfeiler getragen wird. Die Kapitelle sind mit feinem Blatt- und Rankenformen geziert – wunderschön aus dem Stein herausgemeißelt. Was hier des Menschen Hände erschaffen haben, um in Kontemplation Gottes Worten zu lauschen – das hat schon was!

Wer auf seinem Gang über das Klosterareal keine Gelegenheit bekommen sollte, den Kapitelsaal von innen zu betrachten, kann durch die großen Fenster auch sehr gut hereinschauen, wenn man außen um den Chor der Kirche herum geht. Auf diesem Weg gelangt man über den kleinen Klosterfriedhof mit einem 4m hohem steinernen Kreuz und lebensgroßer Christusfigur, das aus der Zeit um 1530 stammt. Die ehemalige Abtswohnung von 1629 mit rückseitigem Treppenturm schließt sich an den nördlichen Flügel an.