Thüringer Elisabethpfad Etappe 9 Amöneburg - Marburg


Erstellt von: tomtom
Streckenlänge: 15 km
Gehzeit o. Pause: 3 Std. 24 Min.
Höhenmeter ca. ↑196m  ↓298m
Thüringer Elisabethpfad

Die Schlussetappe des Thüringer Elisabethpfads startet in Amöneburg, das sich auf dem gleichnamigen Basaltkegel (365m) hoch über dem Amöneburger Becken aufreckt. Man umrundet die Ruine der alten Burg und wendet sich westwärts nach Kleinseelheim. Hier fällt die evangelische Kirche ins Auge, die im Kern aus dem 14. Jahrhundert stammt. Die Kirchenglocken in Kleinseelheim werden noch wie von alters her per Hand geläutet. Die Statik des Kirchturms lässt ein elektrisch betriebenes Geläut nicht zu.

Von Kleinseelheim geht es in die Marburger Lahnberge. Man erreicht bei Schröck das Stadtgebiet von Marburg. Im Ort erhebt sich die katholische Pfarrkirche St. Michael, die 1720-26 im Barockstil erbaut wurde.

Außerhalb von Schröck passiert der Thüringer Elisabethpfad den Elisabethbrunnen, auch Schröcker Brunnen genannt. Am Elisabethbrunnen soll die heilige Elisabeth einst Almosen verteilt haben. Im 17. Jahrhundert ließ dann Landgraf Ludwig IV. die heutige Brunnenanlage nach antikem Vorbild als Brunnentempel errichten. Der rundbogige Eingang zur Brunnenstube wird von vier dorischen Säulen flankiert. Über dem Eingang erhebt sich ein zweites Geschoss mit sechs Säulen, das von einem flachen Dreieckgiebel bekrönt ist.

Oberhalb des Elisabethbrunnens stößt man auf die Ruinen einer mittelalterlichen Wallfahrtsstätte, der Kreuzkapelle. Hier kamen die Elisabethwallfahrer hin, bis 1527 im Zuge der Reformation die Kreuzkapelle gesperrt wurde und verfiel. 1925 wurden die Grundmauern wieder freigelegt und heute finden regelmäßig Prozessionen zur Kreuzkapelle statt.

Auf dem Weg in die Innenstadt kommt der Thüringer Elisabethpfad am Botanischen Garten von Marburg vorbei. Die Anlage wurde 1961-77 auf einer Fläche von 20ha angelegt und gehört damit zu den größten Botanischen Gärten in Deutschland. Da passt es, dass hier auch der Titanwurz gedeiht, die größte Blume der Welt.

Durch die Sonnenblickallee und den Kaffweg kommt man zur Pilgerkapelle St. Jost, die Anfang des 14. Jahrhunderts in Nachbarschaft zum heute nicht mehr existierenden Siechenhaus erbaut wurde. Durch die Weidenhäuser Straße erreicht man die Lahn, quert diese und spaziert vorbei an der Kunsthalle Marburg zur katholischen Pfarrkirche St. Peter und Paul, deren Grundstein 1957 zum 750. Geburtsjahr der heiligen Elisabeth gelegt wurde.

Jetzt geht es durch den sehenswerten Alten Botanischen Garten, der 1810-14 angelegt wurde und den ursprünglichen Botanischen Garten aus dem 16. Jahrhundert ersetzte. Das Arboretum und die pflanzengeografische Abteilung bilden den Schwerpunkt des Alten Botanischen Gartens Marburg. Am Kopf des Alten Botanischen Garten wurde 1873-77 im neugotischen Stil das Botanische Institut Marburg (heute: Institut für Pharmazeutische Biologie) erbaut.

Dann nimmt man die letzten Meter, bis man vor der Elisabethkirche steht, die ab 1235 als Grabeskirche für die vier Jahre zuvor verstorbene Landgräfin Elisabeth von Thüringen errichtet wurde und als erster rein gotischer Kirchenbau in Deutschland gilt. Die Elisabethkirche wurde 1283 eingeweiht. Der Bau der beiden etwa 80m hohen Kirchtürme dauerte allerdings noch ein weiteres Menschenleben und wurde erst 1340 fertig.

Im nördlichen Kreuzarm befindet sich das um 1250 entstandene Mausoleum Elisabeths mit einem um hundert Jahre jüngeren Sarkophag, dessen Reliefschmuck die Aufbahrung Elisabeths im Beisein Christi und zahlreicher Würdenträger darstellt. Der reich geschmückte Elisabethschrein in der um 1326 errichteten Sakristei ist der wichtigste Schatz der Marburger Elisabethkirche.

Thüringer Elisabethpfad Etappen


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