Kunsthalle Marburg

Die Kunsthalle Marburg ist nur eines von vielen Museen und Ausstellungsflächen in der Universitätsstadt Marburg. In zentraler Lage am Gerhard-Jahn-Platz wurde hier ein Forum für Kunst und Kultur geschaffen, das man – bei freiem Eintritt und vernünftigen Öffnungszeiten – gut als das Herz des Marburger Kulturbetriebs bezeichnen kann.

Träger der Kunsthalle Marburg ist der Marburger Kunstverein, der bereits 1953 gegründet wurde. Zunächst bot man im heutigen Romantikmuseum am Marktplatz einen Raum für Ausstellungen, der zugleich als Plattform für Kommunikation diente. 2009 hat der Kunstverein die zehn Jahre zuvor auf dem Gelände eines Schlachthofs neu errichteten Gebäude bezogen.

Im Erdgeschoss befindet sich eine Präsenzbibliothek, ein Ausstellungssaal und die Artothek Marburg. Die Artothek wurde 1984 gegründet und umfasst rund 700 künstlerische Arbeiten zeitgenössischer Kunst. Spannend ist, dass die Artothek diese Kunstwerke verleiht – auch an Privatpersonen.

Im Obergeschoss der Kunsthalle liegt die Galerie und ein weiterer großer Ausstellungssaal. Insgesamt verfügt die Kunsthalle Marburg über eine Ausstellungsfläche von 525qm. Regelmäßig finden in der Kunsthalle auch experimentelle Konzerte statt.

Neben der Kunsthalle gibt es noch einige weitere Tipps in Sachen Kultur, z.B. das Kindheitsmuseum Marburg am Barfüßertor. Das Marburger Kindheitsmuseum ist das älteste seiner Art in Deutschland und wurde 1979 von Barry und Helge-Ulrike Hyams nach dem Vorbild des Londoner Museum of Childhood gegründet. Drei historisch gestaltete Räume zeigen Kinderwelten der Vergangenheit. Im Kindheitsmuseum kann man auch den kleinsten Zirkus der Welt mit beweglichen Artisten, Löwen und Elefanten bewundern. Die Bibliothek des Museums birgt Schätze deutscher und internationaler Kinderliteratur. Besonders wertvoll: die jüdischen Kinderbücher, die bereits in mehreren Städten Deutschlands und im Ausland gezeigt wurden.

Das medizinhistorische Museum Anatonicum ist im Dachgeschoss des Instituts für Zytobiologie in der Robert-Koch-Straße untergebracht. Hier finden sich rund 2.000 Präparate aus der Zeit von 1650-1920. Gezeigt werden darin zum Beispiel Schädel von Hingerichteten, Präparate zur Schädel- und Zahnentwicklung oder die Rassenschädelsammlung. Ein bekanntes Einzelstück ist das Marburger Lenchen, die präparierte Leiche einer schwangeren Frau, die in der Lahn ertrank.

Die Marburger Völkerkundliche Sammlung befindet sich im Institut der Völkerkunde in der Kugelgasse. Sie beherbergt dauerhaft mehr als 5.000 Objekte und setzt sich aus vielen verschiedenen Teilsammlungen zusammen. Die ausgestellten Gegenstände decken zwar ein weites Feld ab, der Schwerpunkt liegt aber klar auf Gegenständen indigener Gruppen im Amazonasgebiet.

Last not least sei auf das 1927 gegründete Museum für Religion – die große religionskundliche Sammlung der Universität Marburg - in der Landgraf-Philipp-Straße hingewiesen. Das Marburger Religionsmuseum gehört zu den wenigen Museen in der Welt, die sich ausschließlich auf die Darstellung von Religion spezialisiert haben.