Botanischer Garten Marburg

Ein erster Botanischer Garten in Marburg wurde bereits 1527 angelegt. 1810-14 entstand dann der Alte Botanische Garten wenige hundert Meter hinter der Elisabethkirche. Als die Universität Ende der 1960er Jahre auf die Lahnberge expandierte, plante man einen neuen Botanischen Garten, der von 1961-77 unter der gestalterischen Leitung von Prof. Günter Grzimek angelegt wurde. Mit einer Fläche von 20ha zählt er zu den größten Botanischen Gärten in Deutschland.

Auch wenn der Botanische Garten in Marburg von ständiger Finanznot geplagt kontinuierlich im Bestand gefährdet ist: Ein Ausflug hierhin lohnt definitiv, nicht nur um sich den Titanwurz, die größte Blume der Welt anzuschauen.

Schwerpunkt des Botanischen Gartens in Marburg ist das Arboretum. Hier sind u.a. mehrere Exemplare des Riesenmammutbaums (Sequoiadendron giganteum) und des Urweltmammutbaums (Metasequoia glyptostroboides) zu sehen. Das Arboretum umgibt die Systematische Sammlung im Zentrum des Botanischen Gartens.

Rechter Hand vom Eingang liegt das Alpinum mit unterschiedlichen Hochgebirgspflanzen. Hier leben seit 2006 auch die beiden Murmeltiere Philipp und Elisabeth. Hinter dem Alpinum liegt der Frühlingswald, der den Besucher zur Farnschlucht bringt. Die Marburger Farnsammlung auf den Lahnbergen gilt als arten- und individuenreichste in Deutschland. Mit viel Fleiß und Sorgfalt entstand ein Sortiment von mehr als achtzig verschiedenen Farnarten und mehr als sechzig Farnhybriden und Farnvarietäten.

Rechter Hand von der Farnschlucht wurde 1984 eine Gruppe von Hügelgräbern freigelegt. Die Hügelgräber stammen überwiegend aus der jüngeren Bronzezeit um 1000 v.Chr. und gehören damit zur so genannten Urnenfelder-Kultur. Auf den Marburger Lahnbergen befinden sich mehrere hundert Grabhügel, meist jedoch schon ausgegraben und geplündert oder zerstört. Die Gräber auf dem Gebiet des Botanischen Gartens waren von Grabräubern verschont geblieben, so dass sie ausführlich untersucht werden konnten.

Im Sommer wurde im Botanischen Garten Marburg ein weiteres Highlight speziell für den Nachwuchs angelegt, der Indianerpfad. Entstanden aus einer Examensarbeit eines Studenten leitet der Indianerpfad durch den Botanischen Garten unter dem Aspekt, das Heilwissen der Indianer zu vermitteln. Kinder können sich entlang des Indianerpfades auf eine spannende Reise von Nord- nach Südamerika begeben. Am Eingang des Botanischen Gartens bekommen sie einen Fragebogen mit kniffligen Rätseln zu jeder der acht Stationen. Bei dieser Rallye lernen sie nicht nur Interessantes rund um die Heil- und Nutzwirkung der indianischen Pflanzen, sondern entwickeln ganz nebenbei auch ein Bewusstsein für die Probleme bedrohter indianischer Völker.