Schildgen (Bergisch Gladbach)

Ganz im Nordwesten der Paffrather Mulde liegt das zu Bergisch Gladbach zählende Wohnquartier Schildgen. Oberhalb von Schildgen fließt die Dhünn, die hier die natürliche Grenze zur Gemeinde Odenthal bildet. Ursprünglich bestand Schildgen aus einzelnen Gehöften fränkischen Ursprungs. Der älteste Weiler, Nittum, wurde wahrscheinlich im 10. Jahrhundert an der Straße von Köln nach Schwelm gegründet.

Deutlich jünger ist die größte Sehenswürdigkeit von Schildgen, die katholische Pfarrkirche Herz Jesu. Sie wurde 1959-60 nach Entwürfen von Gottfried Böhm gebaut. Böhm – der u.a. auch den Nevigeser Wallfahrtsdom in Velbert, den Affenfelsen in Bensberg und das Bürgerhaus Bergischer Löwe erbaute – ist der einzige deutsche Architekt, der den renommierten Pritzker-Preis erhielt. 1986 wurde Böhm mit diesem Architektur-Oscar ausgezeichnet.

Die Herz Jesu Kirche in Schildgen wird von einer hohen Betonmauer eingefasst. Ein verglastes Atrium führt ins Innere der Herz Jesu Kirche. Der Eingangskegel ist der kleinste von insgesamt sechs von außen deutlich sichtbaren Kegeldächern, die den Glockenturm, die Taufkapelle, zwei Beichtstühle und den Altarbereich kennzeichnen. Der Glockenturm wurde wie die Außenwände aus einem Stück gegossen. Böhm ließ sich bei dieser Gestaltung übrigens von den Sandburgen inspirieren, die seine Kinder bauten.

Am Westrand von Schildgen im Übergang nach Köln-Dünnwald liegt das kleine Naturschutzgebiet Hoppersheider Bruch. Der Hoppersheider Bruch umfasst einen gut einen Kilometer langen Bachabschnitt, der von Grünlandbrache, Erlenbruchwäldern und Altholzbeständen aus Buchen und Eichen begleitet wird. Der Hoppersheider Bruch zählt dabei als Teilgebiet zum Dünnwald, einem der letzten erhaltenen Teile der Bergischen Heideterrassen.

Südlich von Schildgen liegt der Bergisch Gladbacher Ortsteil Katterbach. Hier lohnt ein Ausflug ins Schulmuseum Bergisch Gladbach. Das 1981 eingerichtete Schulmuseum Bergisch Gladbach ging aus der privaten Sammlung des früheren Schulrats Carl Cüppers hervor und zeigt die Geschichte ländlicher Volksschulen der Zeit 1871-1968. Ungtergebracht ist das Schulmuseum ganz passend in der 1871 erbauten ehemaligen Volksschule in Katterbach.