Odenthal

Odenthal liegt an der Einmündung des 10km langen Scherfbachs in die Dhünn. Der Scherfbach entspringt bei Bechen und ist auf seinem Tallauf auf über 100ha als Naturschutzgebiet Scherfbachtal ausgewiesen. Der naturnahe Bachlauf mit Kolken, Schotter- und Kiesbaenken sowie vielen schmalen Siefentaelern und Quellfluren ist ein schönes Wandergebiet, dass das Dhünntal mit dem Sülztal verbindet.

Der historische Ortskern von Odenthal, der Wiege des Bergischen Lands, hat viel von seinem ursprünglichen Charme erhalten. Im Zentrum liegt der gemütliche Hans-Klein-Platz, in dessen Mitte der Hexenbrunnen steht: Ein überbrodelnder Kupferkessel, der von fünf finster dreinblickenden Fabelwesen getragen wird. Auf dem Rand des Kessels ist ein Reliefband angebracht, das die Stationen des Hexenprozesses von der Anklage bis zum Tod auf dem Scheiterhaufen bildlich darstellt.

Das hat einen guten Grund, denn Odenthal war noch bis ins 17. Jahrhundert aktiv in der Verfolgung von Hexen, so dass der Volksmund die Odenthaler auch Hexenohnder nennt. Sie breeten zu Ohnder die Hexen wie Hohnder lautet der passende Sinnspruch dazu: Sie brieten in Odenthal die Hexen wie Hühner.

Dies alles geschah mit tatkräftiger Unterstützung der Kirche, die in Odenthal einen besonderen Blick wert ist. Denn die katholische Pfarrkirche St. Pankratius stammt aus dem 11. Jahrhundert und zählt damit zu den ältesten Kirchen im Bergischen Land. Die romanische Pfeilerbasilika ist in drei Schiffe gegliedert.

Die dunkle, hölzerne Kassettendecke bildet einen schönen Kontrast zu den weiß gekalkten und mit Blattornamenten bemalten Wänden. Im Eingangsbereich befindet sich der achteckige Taufstein aus Granit, der im 12. Jahrhundert hergestellt wurde. Im Turm der Odenthaler Pankratiuskirche schlägt eine Glocke aus dem Jahr 1050, die als älteste Glocke des Rheinlands gilt.