Süchterscheid

Westlich der Lindscheid liegt bereits im Hennefer Land das Dorf Süchterscheid. Im späten Mittelalter entwickelte sich hier ein gewisser Wallfahrer-Tourismus, nachdem ein Bertram von Nesselrode rund um die bereits bestehende Kapelle dauerhaft einige Landstriche zur Nutzung überließ.

Vor allem in den Wirren des Dreißigjährigen Kriegs fand die Wallfahrtskapelle in Süchterscheid regen Zulauf, weil man von Wunderheilungen berichtete. 1957-58 wurde unter Einbeziehung des Chors der alten Kapelle ein moderner Neubau errichtet, der Architekturexperten an Le Corbusiers Wallfahrtskirche von Ronchamps erinnert.

Gegenüber der imposanten Wallfahrtskirche steht eine kleine, 1681 von Johann Theodor Bärenklau gestiftete Kapelle. Da Bärenklau Pastor in Stadt Blankenberg war, nennt man sie auch Blankenberger Kapelle. Der einfach Bruchsteinbau beherbergt ein kleines hölzernes Vesperbild aus der Zeit um 1460.

Südöstlich von Süchterscheid finden sich in einem einsamen Wiesental am Ravensteiner Bach die Überreste einer früheren Turmhügelburg, einer so genannten Motte. Heute ist noch die sanfte Erhebung im Talgrund und Teile der alten Mauer mit Wassergraben erhalten.

Die schöne Gegend rund um Sücherscheid kann mit einer kurzen Wanderung von Uckerath aus entdecken. Startpunkt ist die Kirche in Uckerath. Von hier geht es in Richtung Siegtal bis nach Süchterscheid, wo man über den 1859 angelegten Kreuzweg zur Wallfahrtskirche kommt. Wendet man sich jetzt westlich, durchstreift man das Naturschutzgebiet Ahrenbachtal mit dichten Wäldern, Wiesen und Feldern bis man schließlich wieder in Uckerath ankommt.