Oberjosbach

Oberjosbach liegt an den südlichen Hängen von Buchwaldkopf (492m) und Großer Lindenkopf (499m) im Übergang vom Seelbacher Grund in die Gemarkung der Stadt Eppstein im Main-Taunus. Nordöstlich erhebt sich der Hochtaunus mit dem Großen Feldberg (881m) als weithin sichtbare Landmarke.

Die auf einem Felssporn gelegene katholische Kirche St. Michael geht auf die Gründung der Pfarrei Oberjosbach im Jahre 1196 zurück. Die Kirche wurde mehrmals zerstört und 1321, 1728 und schließlich 1949 nach dem zweiten Weltkrieg wieder aufgebaut. Über einen breiten Treppenaufgang erreicht man den rechteckigen, wuchtigen Turm aus Bruchsteinsichtmauerwerk und das Langhaus mit seinen Querschiffen. Einige rote Sandsteinteile stammen vom Vorgängerbau, ebenso wie das vermutlich mittelalterliche Kruzifix im Innern.

Der Ortskern um Limburger Straße und Untergasse von Oberjosbach zeichnet sich durch eine dichte Bebauung mit Gehöften aus dem 18. Jahrhundert aus. Eine Besonderheit sind hier die Höfe in der zweiten Reihe. Die kleine Wegekapelle von 1904 am ehemaligen westlichen Ortseingang in der Limburger Straße mit ihrer Pieta ist ein Beleg für die katholische geprägte Tradition von Oberjosbach. In der Königsteiner Straße prägt ein Fachwerk-Vierseit-Hof aus dem 18. Jahrhundert durch seine Geschlossenheit und Größe den Ortskern. Die Eiche am Ende der Jahnstraße ist ebenfalls denkmalsgeschützt und über 500 Jahre alt.

Das alte Rathaus wurde 1699 erbaut. Über einem hohen massiven Kellergeschoss mit direktem Zugang unter der steinernen Freitreppe erhebt sich der Eingangsvorbau mit seinen Holzsäulen. Mit seinem besonders reichen Fachwerk und seltenen Details stellt das Haus ein Unikat dar und zeigt Parallelen zu Beispielen aus dem Limburger Becken und dem Westerwald.

Das neue Rathaus wurde 1924 in der Ortsmitte unterhalb der Kirche erbaut. Einst befand sich der Gemeindebackofen im Erdgeschoss dort wo sich jetzt Ortsbeirat, Ortsgericht, Vereinshaus und das kleine Heimatmuseum Oberjosbach befinden. Der dominante Bau mit seinen historisierenden Formen besitzt ein massives Erdgeschoss mit einem Fachwerk- Obergeschoss und zwei Eckerkern mit Spitzhelmen.

Das Pfarrhaus wurde 1900 oberhalb der Kirche auf einem ausgedehnten Grundstück als Backsteinbau mit Fassadenornamenten erbaut. Neben dem repräsentativen Eingang an der Westseite ist Südwand mit Figur des Christus als gutem Hirten sehr prägnant.

Von Oberjosbach aus führt ein Geo-Erlebnispfad durch 460 Mio. Jahre Erdgeschichte hinauf zum Naturdenkmal Hohler Stein. Der etwa 5km lange Rundweg ist mit zehn Informationstafeln bestückt, die die Entstehung der Landschaft im Taunus dokumentiert. Wer’s handfester mag, kann dagegen auf der hessischen Apfelweinroute wandern, die auch durch die Streuobstwiesen von Oberjosbach führt.