Nistertal

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Nistertal nennt sich in der Eigenwerbung gerne die Stöffelgemeinde, weil der Ort in unmittelbarer Nähe des Erlebnisparks Stöffel liegt. Dann liegt Nistertal auch noch im schönen Oberlauf der Nister und ist Ziel der sechsten Etappe des Westerwaldsteigs. Kein Wunder also, dass Nistertal schon lange ein beliebtes Ziel für Wanderer und Radfahrer aus der Region ist.

Nistertal besteht aus den beiden Ortsteilen Büdingen und Erbach, die diesseits und jenseits der Großen Nister liegen und über Jahrhunderte zu verschiedenen Kirchspielen und Einflussbereichen gehörten. Erst 1969 wurden die beiden Ortsteile zur Gemeinde Nistertal zusammengeschlossen. Auf dem Weg zum gemeinsamen Heimatort half sicherlich, dass Erbacher und Büdinger über Jahrzehnte gemeinsam in dem Steinbruch am Stöffel arbeiteten.

Auch der Bau der Eisenbahnbrücke schweißte die Nistertaler zusammen. Die Erbacher Brücke, die in Nistertal nur Hohe Brücke genann wird, wurde am 31. August 1911 nach nur sechsmonatiger Bauzeit eingeweiht. Die Brücke ist gut 300m lang und in ihrem Mittelteil über 30m hoch. Die Brücke wurde in Betonbauweise gebaut, allerdings noch ohne Stahlarmierung. Sand und Splitt standen in dem kurz zuvor erschlossenen Basaltabbaugebiet am Stöffel zur Verfügung. 1911 war die Erbacher Brücke die größte Betonbrücke Deutschlands und galt als technisches Wunderwerk, was Ingenieure und Architekten aus der ganzen Welt anlockte. Die Bahnstrecke Erbach - Bad Marienberg - Fehl-Ritzhausen wurde 1971 still gelegt. Die Erbacher Brücke wurde unter Denkmalschutz gestellt.

Die katholische Pfarrkirche Mariäa Himmelfahrt wurde 1921 erbaut. Am 28. August 1922 wurde das Gotteshaus von Bischof Augustinus Kilian aus Limburg geweiht. Die Kirche ist 36m lang und 22m breit. Der Hochaltar und die beiden Seitenaltäre stammen aus Burgbrohl in der Eifel, der jetzige Zelebrationsaltar, die frühere Kanzel, aus Merzig im Saarland. Alle Altäre sind aus der Zeit des Barock. Die Muttergottesstatue, aus der Hadamarer Schule des frühen 18. Jahrhunderts, stammte aus der Mutterpfarrei Rotenhain und steht jetzt auf dem Marienaltar. Ein Barockbild mit der Heiligen Familie, ebenso Hadamarer Schule, hängt in der Taufkapelle.

Vom Parkplatz am Bahnhof starten sechs gut ausgewählte und ausgeschilderte Wanderungen rund um Nistertal. Die Wanderstrecke mit dem „weißen Kreuz“ führt in 4km zur Erbacher Brücke. Die Wanderroute zum Erlebnispark Stöffel ist mit einem weißen Dreieck markiert (4,7km). Der 5km lange Rundweg um den Enspeler Bach ist mit einem weißen Viereck ausgeschildert. Die Strecke mit dem gelben Punkt bringt Wanderer an die Hardter Mühle (6km). Zur alten Dreisbach führt über 6,5km die Route mit dem weißen Kreis und der weiße Punkt weist auf den Philosophenweg hin (8,5km).

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