Burgbrohl

Burgbrohl liegt im Brohltal und ist ein Haltepunkt an der Brohtalbahn, die heute von der Museumsschmalspurbahn Vulkan-Express angefahren wird. Das Empfangsgebäude des Bahnhofs Burgbrohl könnte auch auf Jim Knopfs Lummerland stehen. Erbaut wurde der Bahnhof Burgbrohl aus Schieferbruchsteinen um 1910, geziert mit einem Fachwerktürmchen.

Die markanteste Sehenswürdigkeit in Burgbrohl ist Schloss Burgbrohl. Schloss Burgbrohl liegt auf einem kleinen Felsplateau oberhalb des Orts. Nachdem die frühere Burg aus dem 11. Jahrhundert von den Franzosen 1689 zerstört wurde, wurde sie als Schloss Burgbrohl im Stile des Barock wieder aufgebaut mit Parkanlage, wie sie damals in Mode kam.

Das ehemalige Hauptgebäude ist ein barocker Zweiflügelbau, der 1879 erweitert wurde. Die Anlage steht auf teilweise mittelalterlichem Mauerwerk und wird durch eine repräsentative Toreinfahrt betreten. Schloss Burgbrohl diente von 1985-97 dem Künstler Gottfried Helnwein als Wohnhaus und Atelier. Seit 2007 ist ein Investmentbanker der Besitzer von Schloss Burgbrohl. Er rüstete Schloss Burgbrohl zu einem Wellness- und Tagungshotel um.

Auf dem Gelände von Schloss Burgbrohl wurde 1731 die Kellnerei Burgbrohl an der Stelle der ehemaligen Vorburg erbaut. Die Kellnerei war einst hufeisenförmig, wobei heute der nördliche Flügel fehlt.

Zwischen Schloss Burgbrohl und dem Bahnhof Burgbrohl steht die Kaiserhalle aus Trassbeton. Dieses besondere Gemisch erlaubte es, eine Halle ohne Stützpfeiler mit Kuppel zu bauen. 1896 ließ der Architekt und Bauunternehmer Wilhelm Bell die Kaiserhalle aus den heimischen Baustoffen Kalk, Lavasand und Trass errichten. Die Kaiserhalle, ein moderner Schalenbau, entstand in nur drei Monaten und war der Beweis dafür, dass man mit den heimischen Baustoffen tragfähige Bauten errichten konnte. Die Baugenehmigung bekam Bell nachträglich. Zum Glück wurde nach einigen Schäden an der Kaiserhalle diese nicht 1979 abgerissen, sondern wieder schön saniert. Man kann sie als Festhalle mieten.

Neben Trass gibt es einen weiteren Bodenschatz im Brohltal, die Kohlensäure. Der verdankt die Gebrüder Rhodius Firmengruppe mit Sitz in Burgbrohl ihren Erfolg. Rhodius-Werkswohnungen in der typischen Basaltarchitektur von Rhodius aus den 1920 Jahren sind in der Kirchstraße zu sehen.

In der Kirchstraße findet sich auch die katholische Pfarrkirche St. Johannes der Täufer aus den Jahren 1907-08. Die neugotische Basilika ist aus Basaltbruchstein. Ebenso aus Bruchstein ist das Pfarrhaus mit Treppenturm.

Die Alte Kirche steht in der Gleeser Straße. Der klassizistische Bruchsteinsaalbau stammt aus dem Jahr 1771 und zum Denkmal zählen zehn mittelalterliche Grabplatten. Die Kirche wurde an die Burgmauer gebaut. Sie wurde nach dem Bau der neuen Gottesdienststätte profaniert und dient heute als Begegnungsstätte.

Eine seltene Statue nennt Burgbrohl auch sein eigen, die Josefssäule in der Ortsmitte. Sie ist eine seltene Darstellung von Vater und Sohn. 1786 schenkte die Familie von Bourscheid der Gemeinde diese im Rheinland eher seltene Gestaltung einer Bildsäule. Auf dem Pfeiler auf 15m Höhe trägt Josef den kleinen Jesus auf dem Arm. Die Figur wurde 1920 neu angefertigt.

Ganz in der Nähe fällt zentral das ehemalige Gasthaus Zur Krone auf, das auch bisweilen Amtshaus genannt wurde, wobei es keines war, sondern das Wohnhaus der Erbauerfamilie Sieglohr, die es um 1775 recht stattlich errichten ließ.