Nastätten

Wer das Blaue Ländchen erkundet, kommt an Nastätten nicht vorbei. Nastätten ist mit ca. 4.200 Einwohnern nach Diez die größte Stadt im rheinland-pfälzischen Hintertaunus und Verwaltungssitz der Verbandsgemeinde Nastätten. Die Stadt liegt direkt am Mühlbach, dem prägenden Fluss im Blauen Ländchen. Der Mühlbach entspringt am Rande der Zorner Hochfläche, fließt durch Strüth, Diethardt, Nastätten, Miehlen und Marienfels bevor er nach 32km bei Nassau in die Lahn mündet.

Rund um Nastätten gibt es eine Reihe von ehemaligen Mühlen, die das Wasser des Mühlbachs und seiner Zuflüsse für sich nutzten. Westlich von Nastätten liegt beispielsweise die Heubachmühle im Bachtal des kleinen Heubach.

Südlich von Nastätten befindet sich der denkmalgeschützte Hof Schwall, eine Anlage mit Gutshof-Charakter aus 1779 direkt am Mühlbach. Das verschieferte Wohnhaus aus dem 19. Jahrhundert hat einen umfriedeten Hausgarten. Außerdem verfügt Hof Schwall über einen Sauerbrunnen, der 1860 eingefasst wurde. Beim Hof Schwall liegt auch die Schwaller Mühle, ein stattliches, verputztes Fachwerkhaus mit Krüppelwalmdach aus dem 18. Jahrhundert.

In und um Nastätten liegen eine Reihe von Sehenswürdigkeiten. Wer im Südwesten der Stadt am Mühlbach entlang wandert, kommt am jüdischen Friedhof vorbei. Das mit einer Mauer umfriedete Areal weist ca. 65 Grabsteine aus dem 19. und 20. Jahrhundert auf.

Einen Besuch lohnt auch die denkmalgeschützte evangelische Pfarrkirche Heilig Kreuz in der Paul-Spindler-Straße. Der Chor wurde 1479 errichtet, noch älter ist wohl der spätromanische West-Turm. Das ursprünglich spätgotische Schiff wurde 1774 erneuert. Zur Gesamtanlage gehören auch ein Kirchhof mit alter Einfriedung und ein villenartiges Pfarrhaus aus der Gründerzeit um 1912.

In der Borngasse findet sich der ehemalige Sohlernsche Hof, das Herrenhaus der Freiherren von Sohlern. Der Walmdachbau entstand in den Jahren 1690 bis 1692; Architekt war wahrscheinlich Johann Christof Sebastiani. Beim Errichten des denkmalgeschützten Gebäudes wurden auch ältere Bauteile integriert.

In Nastätten war man beiden christlichen Konfessionen wohlgesonnen, wie die katholische Pfarrkirche in der Kirchgasse belegt. Der fünf-achsige Bruchsteinsaal wurde 1656 eingeweiht. Das dazugehörige Pfarrhaus entstand um 1800 als verputzter und verschieferter Fachwerkbau mit Mansarddach. Auf dem Kirchhof der katholischen Pfarrkirche liegt auch der Freiherr Franz Georg von Sohlern begraben, der 1825 in Nastätten starb. Kirche und Pfarrhaus samt Grabmal stehen heute unter Denkmalschutz.

Nicht zu übersehen ist das Regionalmuseum Leben und Arbeiten im Blauen Ländchen, das auf dem „Bildungshügel" über Nastätten thront. An das alte Hauptgebäude wurde ein Neubau in auffallendem Blau angebaut. Das Museum wird vom Heimatpflegeverein Blaues Ländchen ehrenamtlich geführt. Ausgestellt wird auf über 1.000qm eine regionale Sammlung zur Lebens- und Arbeitswelt der Menschen im Blauen Ländchen vom 18. bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts. Hier sind Geräte und Dokumente zu alter Handwerkskunst und zur Blaufärber-Tradition ebenso zu finden wie Modelle der Nassauischen Kleinbahn und die umfangreichste öffentlich zugängliche Sammlung von Mineralwasserkrügen aus Ton.

Der Nastätter Oktobermarkt findet traditionell an jedem vierten Wochenende im Oktober statt. Der Oktobermarkt Nastätten wird am Donnerstagabend mit einem Feuerwerk eröffnet. Am Freitag und Samstag wird ein großer Krammarkt mit ca. 280 Ständen abgehalten, die teilweise auch am Sonntag geöffnet sind. Krönender Abschluss ist der Familientag am Montag auf dem Juxplatz.