Langewiese

Langewiese ist eines der sechs Höhendörfer der Stadt Winterberg im Sauerland. Es liegt südwestlich der Kernstadt im Tal der jungen Lenne, die nur einen Katzensprung entfernt aus der Flanke des Kahlen Astens (842m) entspringt und zur Ruhr und mit ihr zum Rhein fließt. Am westlichen Lenneufer ragt steil der Hömberg (695m) auf, und im Osten, durch eine Hügelkette und damit die Rhein-Weser-Wasserscheide vom Ort getrennt, strömt die Odeborn vorbei am Rohrbachskopf (620m) nach Süden Bad Berleburg und der Eder und mit dieser der Weser zu.

Noch recht jung ist dieser Ort, ebenso wie Neuastenberg, Hoheleye und Mollseifen. Alle diese Dörfer wurden im frühen 18. Jahrhundert durch Graf Casimir zu Sayn-Wittgenstein gegründet, der sich davon einen Vorteil im sogenannten Winterberger Streit versprach. Denn schon immer war das Gebiet auf dem Rothaarkamm Grenzland. Zwischen Franken und Sachsen genauso wie zwischen dem Herzogtum Westfalen und Wittgenstein-Berleburg. 1783 war der Winterberger Streit endlich beigelegt, die Grenze entlang der Wasserscheide gezogen.

Ein Kuriosum in der Nähe von Langewiese ist das sogenannte Bierloch, eine eng eingeschnittene Schlucht am Odebornbach. Im Jahr 1812 soll sich die Geschichte zugetragen haben. Ein Schäfer aus Girkhausen kam zu der Quelle, wo er seinen Durst stillen wollte. Doch zusätzlich zur Quelle fand er ein ganzes Fass voller Bier. Über den Kamm des Rothaargebirges oberhalb der Schlucht waren zuvor Soldaten Napoleons marschiert, zusammen mit dem Versorgungstross, zu dem das Bierfass gehört hatte. Es hatte sich gelöst und war in die Schlucht gestürzt, von wo man es nicht mehr hatte bergen können. Und so hatte der Schäfer plötzlich eine kleine geheime Bierquelle.

Auch in Langewiese spielt der Wintersport eine große Rolle, es gibt ein Biathlon-Stadion und gespurte Loipen. In den Sommermonaten übernehmen die Wanderer das Zepter. Immerhin liegt Langewiese direkt am Rothaarsteig, dem Klassiker unter den modernen Weitwanderwegen. Auf dem jährlichen Veranstaltungskalender stehen vor allem zwei Termine fest. Zum einen das Schützenfest jeweils am letzten Juli-Wochenende. Und zum anderen, irgendwie zur Anekdote mit dem Bierloch passend, das Oktoberfest.