Girkhausen (Bad Berleburg)

Im Oberlauf der Odeborn liegt am Scheidskopf (671m) der Ort Girkhausen mit seinen schmucken Fachwerkhäusern. Der heutige Ortsteil von Bad Berleburg liegt ganz im Nordosten der Wittgensteiner Kammer, kurz vor dem Übergang zum Hochsauerland. Im Nordwesten von Girkhausen an der Kreisgrenze zum Hochsauerland, liegt der Albrechtsberg (768m), der zwar nicht als höchste Stelle, aber als höchster einzelner Berg in Siegerland-Wittgenstein gilt.

Bedeutung hatte Girkhausen in früheren Zeiten als Zentrum der Holzdrechslerei in Wittgenstein. Davon legt heute das Handwerks- und Heimatmuseum Drehkoite Zeugnis ab. Eine Drehkoite (oder auch Drehkaute) ist eine Wippdrehbank, also eine Drehbank, die mit dem Fuß über eine Wippe angetrieben wird. Mit ihr wurden Holzschüsseln oder andere Geräte aus Holz für den Haushalt hergestellt.

Um möglichst kein Material zu verschwenden, wurde in Girkhausen eine ganz eigene Technik entwickelt, um aus einem Rohling gleich mehrere Schüsseln herzustellen. Dieses Handwerk stellte die Winterbeschäftigung der Holzarbeiter dar, die im Sommer mit Säge und Axt im Wald zugange waren. Die über 450jährige Tradition dieses Handwerks im Ort Girkhausen hält die historische Holzwerkstatt lebendig. Die vollständige Werkstatt eines Drechslers aus dem 19. Jahrhundert ist im Obergeschoss zu besichtigen.

Zwar heißt sie heute noch Wallfahrtskirche, doch seit der Reformation finden keine Wallfahrten mehr zur Kirche in Girkhausen statt. Die Bauform der mittelalterlichen Kirche ist recht ungewöhnlich. Sie verfügt über eine zweischiffige Halle mit zwei Chören. Das spätromanische Langhaus entstand ursprünglich in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts. 1680 stürzte der westliche Teil des Kirchenschiffes ein. Die Mauerreste wurden entfernt, der verbliebene Kirchenteil durch eine neue Mauer nach Westen abgeschlossen. Seither steht der 30m hohe Kirchturm isoliert.