Kruft

Die Bundesstraße B 256 ist die schnelle Verbindung von Mayen nach Andernach am Rhein. Die B 256 dient auch als Zubringer zur Autobahn A 61, die man bei Kruft in der Pellenz erreicht. Nördlich der Ortslage, noch hinter der Autobahn, erhebt sich im Krufter Wald der Krufter Ofen (463m) auf dem Weg zum Laacher See.

Vor dem Krufter Ofen liegt der 3,5ha große Krufter Waldsee, der 1985 auf dem Gelände einer früheren Bimsgrube angelegt wurde. Im Laufe der Zeit hat sich der Krufter Waldsee zu einem wichtigen Biotop entwickelt, das vielen Amphibien Lebensraum bietet. Das Baden ist nur am Südufer innerhalb der mit Bojen gekennzeichneten Fläche gestattet. Dank eines sanft abfallenden Ufers ist dieser Bereich auch für Kinder und Nichtschwimmer geeignet.

In Kruft reckt sich der stattliche Turm der katholischen Pfarrkirche St. Dionysius und Sebastian in die Luft. Ihr Chor ist barock, ein Joch und der Westturm stammen aus dem Jahr 1722, wobei der Turm 1840 aufgestockt wurde. Das für einen Ort mit unter 4.000 Einwohnern recht große Gotteshaus beeindruckt durch das weitläufige Raumgefühl im Inneren, wo auch Stücke der Vorgängerkirche zu sehen sind.

Ein Hingucker ist der Altar mit dem Figurenschmuck und den Aufsätzen aus den Jahren 1722 und 1776. Auffallend ist auch der romanische Taufstein, der mit den Doppelsäulen aus dem Beginn des 13. Jahrhunderts stammt. Bemerkenswert auch das prächtige Bild der Kreuzabnahme.

In Kruft fällt als älteres Gebäude ein Basaltbruchsteinhaus ins Auge, das den kasernierten Charme einer alten Schule aus der Mitte des 19. Jahrhunderts versprüht, aber es steht Rathaus dran. Dennoch, der Beobachter hat Recht, das Bauwerk war einst eine Schule.

In der Großen Gasse 21 steht ein ausladender zwölfachsiger barocker Mansardwalmbau mit Dachreiter aus dem beginnenden 18. Jahrhundert. Die Gesamtanlage ist eine Propstei der Abtei Maria Laach mit einer ehemaligen integrierten Kapelle. Ein ummauerter Garten, ein Gehöft mit Stall und neu: mit einem Kindergarten sind hier ebenso angesiedelt.

Auf dem Weg von Kruft nach Fraukirch, wo aus dem Bahner Bach ein Stück weiter der Thürer Bach wird, steht im Wellinger Weg eine ehemalige Wasserburg, der Bahnerhof. Von der ehemaligen Wasserburg der Prämonstratenserabtei Rommersdorf sind die doppelten Grüben erhalten, ebenso wie die große vierflügelige Anlage aus der Zeit des Barock. Man schätzt die Burg im Kern älter, wohl aus dem 13. Jahrhundert. Aus dem 16. bis 18. Jahrhundert stammen die weiteren Bauten der Anlage.

Aus dem 18. Jahrhundert ist der Jüdische Friedhof an der Bundesstraße. Die Grabstätte wurde von 1851 bis 1926 belegt und ist heute eine Denkmalzone, mit den gespenstisch wirkenden stummen Zeugen in Form der alten Grabsteine.

Ein schönes Wandergebiet ist das sich direkt südöstlich an Kruft anschließende Naturschutzgebiet Korretsberg. Am Fuße des Korretsbergs (295m) steht eine kleine Kapelle. Vom Gipfel hat man eine schöne Sicht auf Pellenz im Norden und Maifeld im Süden.