Mayen

Mayen, das sich selbst gerne als das Tor zur Eifel beschreibt, liegt im Nettetal, knapp 40km westlich von Koblenz. Bekannt ist Mayen vor allem durch die Genovevaburg mit dem Eifelmuseum und das Erlebniszentrum Terra Vulcania. Die ehemals keltische Siedlung Mayen erhielt im 13. Jahrhundert Stadtrechte und damit auch eine Befestigung, von der noch Teile erhalten sind – was verwunderlich ist, da Mayen öfters in Kriegsgeschehen verwickelt war.

Einen Stadtrundgang beginnt man am besten auf der prächtigen Genovevaburg. Vom Burgfelsen aus fällt die Stadtmauer aus dunklem Säulenbasalt mit dem Wehrgang auf. Einst umschloss die Stadtbefestigung mit 16 Türmen und 4 Toren und angeschlossenen Vorburgen die ganze Stadt. Heute sind noch einige Mauerfragmente erhalten, ebenso wie zwei Türme und zwei Tore. Auffällig ist das fünfgeschossige Obertor aus dem 14. Jahrhundert, das mit spätgotischen Ecktürmen ausgestattet ist.

Zwei hohe Türme (43m) lassen einen an ein Münster denken, wenn der nächste Blick auf die katholische Pfarrkirche Herz Jesu fällt. In romanischer Optik wurde die große Pfarrkirche 1911-12 erbaut, damals allerdings noch mit einem Turm. Die charakteristische Doppelturmfassade erhielt die Herz-Jesu-Kirche 1959.

Deutlich älter ist das Wahrzeichen von Mayen, die katholische Pfarrkirche St. Clemens. An ihrem Standort wurde bereits um das Jahr 600 eine erste Holzkirche errichtet. Von einem romanischen Bau aus dem 12. Jahrhundert ist heute noch der kleinere Turm erhalten, den man auch Eulenturm nennt. Markant ist aber vor allem der zweite Kirchturm, der durch einen Konstruktionsfehler einen verdrehten Helm hat. Bei Renovierungsarbeiten 1973-76 wurden neue Chorfenster eingesetzt, die vom bekannten Georg Meistermann geschaffen wurden und durch ihre überlegte Lichtführung die Atmosphäre des Innenraums bestimmen.

Zwischen beiden Kirchen liegt der Mayener Marktplatz mit einladenden Cafés und schmucken Baudenkmälern aus dem 19. Jahrhundert. Der Marktbrunnen stammt aus dem Jahr 1812. Herausragend zu nennen ist das liebevoll restaurierte Alte Rathaus mit dem Uhrenturm. Es hat zwei Geschosse mit großen Fenstern und Schlagläden sowie einem Dachgeschoss mit Mansardwalmdach und entstand 1717 mit einer Erweiterung aus dem Jahr 1826.

Vor dem Rathaus steht der Mayener Jung, eine Symbolfigur Mayens, und benachbart ist das Mayener Mädche. Mit dem Mayener Jung und seiner Kindheitsstadt verbunden, ist Ehrenbürger Mario Adorf, der Mayen eine weitere Skulptur in Anlehnung an den Jung kreierte. Dieser kniet spähend unterhalb der Genovevaburg. Mario Adorf, Jahrgang 1930, wurde als uneheliches Kind eines italienischen Arztes und einer deutschen Röntgenassistentin in Zürich geboren und wuchs bei Nonnen in Mayen auf, in der Nähe seiner Mutter.

Auf der anderen, östlichen Seite der Nette lohnt ein Abstecher in den St.-Veit-Park. Hier steht die 1718 erbaute St. Veit Kapelle. 1953 entstand direkt daneben die katholische Pfarrkirche St. Veit, in der ein zweistöckiger Barockaltar aus der St. Clemens Kirche zu bewundern ist. Der Raum zwischen moderner Pfarrkirche und barocker Kapelle ist heute ein Ort der Besinnung. Im kleinen Park finden sich einige klassizistische Grabmale eines ehemaligen Friedhofs.

Mayen von seiner besten Seite erleben kann man zu zahlreichen Festen und Veranstaltungen. Der Lukasmarkt, der für neun Tage rund um den Lukastag (18. Oktober) stattfindet, lockt rund 300.000 Besucher nach Mayen. Pfingstsonntag und -montag findet der Mayener Pfingstmarkt, am zweiten Juliwochenende das Römerfest auf dem Gelände der Terra Vulcania und am zweiten Septemberwochenende das Stein- und Burgfest statt. Am ersten Adventswochenende wird auf der Genovevaburg der Mayener Adventsmarkt gefeiert.

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